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Grundlagen einer guten Compliance in der Händehygiene: Hautpflegekomponenten, Einstellungen und Vorbilder

Die Händedesinfektion ist die wichtigste Maßnahme für die Vermeidung von nosokomialen Infektionen. Doch obwohl ärztliches und pflegerisches Personal um die Bedeutung der Händedesinfektion weiß, ist die Compliance oftmals unzureichend. So zeigen Studien, dass nur jede zweite notwendige Händedesinfektion in der Praxis tatsächlich auch durchgeführt wird [1]. Damit bildet die Förderung der Compliance eine der größten Hygiene-Herausforderungen, die Gesundheitseinrichtungen zu bewältigen haben.

Anwenderakzeptanz erhöhen

Die gute Hautverträglichkeit eines Hände-Desinfektionsmittels ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Händedesinfektion überhaupt durchgeführt wird. Sie trägt somit zu einer guten Compliance bei. Denn gut hautverträgliche Einreibepräparate werden von den Mitarbeitern besser akzeptiert und daher auch zuverlässiger verwendet. Eine neue Studie anlässlich des 50. Geburtstags von Sterillium® zeigt sogar, dass gut formulierte Hände-Desinfektionsmittel nicht nur hautverträglich sind, sondern darüber hinaus auch über hautpflegende Eigenschaften verfügen. So erhöht Sterillium® classic pure die Hautfeuchtigkeit bereits nach einer Woche um ca. durchschnittlich 30 % [2] und trägt damit zu mehr Hautgesundheit bei. Die Studienteilnehmerinnen selbst gaben an, dass sich ihre Haut insgesamt besser anfühlte, als vor der Verwendung des Hände-Desinfektionsmittels.

Implizite Einstellungen verändern

Das gute Hautgefühl bei der Händedesinfektion kann ebenfalls dazu beitragen, die Compliance zu erhöhen. Zentral sind hierbei die impliziten Einstellungen von Pflegepersonal und Ärzten gegenüber der Händehygiene. Diese nicht bewusst zugänglichen Einstellungen sind bei spontanen, ungeplanten Verhaltensweisen wie der Händedesinfektion handlungsleitend. Sie basieren darauf, dass automatisch positive oder negative Assoziationen im Gedächtnis abgerufen werden. Wird die Händedesinfektion mit etwas Angenehmen assoziiert, bleibt das positiv im Gedächtnis haften. Bei diesen Assoziationen kann es sich z. B. um einen ansprechenden Duft oder das gute Hautgefühl nach der Händedesinfektion handeln. Je positiver die implizite Einstellung von Pflegenden und Ärzten zur Händehygiene ist desto häufiger desinfizieren diese sich die Hände [3].

Vorbildfunktion wahrnehmen

Neben der Anwenderakzeptanz und der impliziten Einstellung ist auch das Verhalten der anderen Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung für die Händehygiene-Compliance. Vor allem Ärzte und erfahrene Pflegekräfte werden bei der Händedesinfektion als Rollenvorbilder wahrgenommen. Studien zeigen: Gehen Ärzte mit gutem Beispiel voran und führen indikationsgemäß Händedesinfektionen aus, wirkt sich das positiv auf die Compliance der anderen Mitarbeiter aus [4]. Auch beim Betreten der unmittelbaren Patientenumgebung besteht ein starker Nachahmungseffekt hinsichtlich der Händehygiene: Desinfiziert sich der erste Mitarbeiter beim Eintreten ins Patientenzimmer die Hände, übernehmen die nachfolgenden Personen das Verhalten und führen ebenfalls Händedesinfektionen durch [4].

Studienabstracts zur Vorbildfunktion finden Sie hier und im Studiensupplement zur Infektionsprävention und Händehygiene.

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Quellen:
1. Pittet et al. Effectiveness of a hospital-wide programme to improve compliance with hand hygiene. Lancet, 2000, 356: 1307-1312
2. Evaluating the effect of a hand sanitizer using an exaggerated handwash method. 2014. RCTS‘ Study No. 3295.
3. Keller, J. (10.07.2015). Die Schere zwischen Wissen und Handeln – was Einstellungen bewirken. Vortrag gehalten auf dem Mittags-Symposium „Gesunde Haut – Besserer Infektionsschutz“ der Paul Hartmann AG / Bode Chemie am 10.07.2015 in Berlin.
4. Haessler et al. (2012) Getting doctors to clean their hands: lead the followers. BMJ Qual Saf. 2012, 21: 499-502.