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Schutzhandschuhe

Schutzhandschuhe dienen dem Personalschutz und müssen als Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen. Persönliche Schutzhandschuhe sollen einen ausreichenden Schutz vor Chemikalien und Mikroorganismen gewährleisten.

Qualifizierungen persönliche Schutzhandschuhe:

  • EU-Richtlinie 89/686/EWG. 
    Die Europäische Richtlinie über Persönliche Schutzausrüstung (PSA).

    Die EG-Richtlinie 89/686/EWG schreibt Grundlegendes für die Gestaltung und Herstellung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) vor, wenn es um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit für den Anwender (Arbeitnehmer) bei der Arbeit geht. Sie unterscheidet zwischen drei verschiedenen Schutzkategorien, denen die Produkte zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zugeordnet werden können.

  • Europäische Norm EN 374. 
    Norm zur Leistungsqualifikation „Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen“. 

    Entsprechend der Leistungsfähigkeit der Handschuhe werden diese in 3 Kategorien eingestuft, um dem Anwender Auskunft über die Schutzfunktion zu vermitteln.

    Kategorie I

    Bei dieser Schutzausrüstung geht man davon aus, dass der Anwender die Wirkung der Gefahr frühzeitig und selbstständig erkennen kann und die Auswirkungen keine Folgen für die Gesundheit mit sich bringen. Diese Handschuhe bieten daher nur Schutz gegen minimale Risiken.


    Kategorie II


    Handschuhe dieser Kategorie schützen vor mittleren Risiken. Sie müssen durch eine unabhängige, akkreditierte Prüf- und Zertifizierungsstelle geprüft und zertifiziert werden und erhalten dadurch ebenfalls die „CE“ Kennzeichnung.


    Kategorie III

    Handschuhe dieser Kategorie bieten Schutz vor irreversiblen oder lebensgefährlichen Gesundheitsschäden. Produkte dieser Kategorie schützen vor Gefahren, bei denen davon ausgegangen werden muss, dass ihre Auswirkungen nicht sofort erkennbar sind. Produkte, die dagegen schützen, müssen ebenfalls von einer akkreditierten Prüf- und Zertifizierungsstelle geprüft und zertifiziert werden. Des Weiteren wird das Qualitätssicherungssystem des Herstellers regelmäßig kontrolliert. So ist eine einheitliche Produktqualität sicherzustellen. Das Produkt erhält das Kürzel „CE“ mit dem Zusatz der 4 stelligen ID-Nummer des Prüfinstituts für die benannte Stelle.
Kategorie Bezeichnung Notwendig u.a. bei …
I Schutz vor geringen Risiken
  • Verdünnte Desinfektionsmittel
  • Verdünnte Reinigungsmittel
  • Verdünnte Chemikalien
 
II Schutz vor Risiken, die weder in Kategorie I noch in Kategorie III fallen
  • Schutz des Anwenders gegen Bakterien und Keime (beim Umgang mit Untersuchungsmaterialien wie bspw. bei Urinproben)
  • Desinfizieren von Arbeitsflächen im Behandlungszimmer
 
III Schutz vor tödlichen, hohen, irreversiblen Risiken
  • Als Spritzschutz beim Umgang mit konzentrierten Desinfektionsmitteln, Chemikalien und Zytostatika
  • Ansetzen von verdünnten Lösungen

Teil 1: Terminologie und Leistungsanforderungen

Beschäftigt sich u.a. mit Begriffserklärungen für Permeation und Penetration und allgemeine Anforderungen an den Handschuh. Die kleinste flüssigkeitsundurchdringliche Länge des Handschuhs muss der Mindestlänge des Handschuhs (festgelegt in der Norm EN 420) entsprechen. Der Penetrationstest (374-2) und Permeationstest (374-3) müssen den vorgeschrieben Prüfverfahren entsprechen. Sind die Handschuhe für den Einsatz zum Schutz gegen Chemikalien und/oder Mikroorganismen empfohlen, müssen sie außerdem nach der Norm EN 388 auf ihre mechanischen Eigenschaften überprüft werden.

Teil 2: Bestimmung des Widerstandes gegen Penetration 

Bestimmung des Prüfungsverfahrens und der Klassifizierung des Widerstands gegen Penetration, also Eindringen von Chemikalien/Mikroorganismen in den Handschuh auf Grund von porösen Stellen auf nicht-molekularer Ebene.


Teil 3: Bestimmung des Widerstandes gegen Permeation von Chemikalien

Bestimmung des Prüfungsverfahrens und Klassifizierung des Widerstands gegen Permeation, also dem Bewegungsvorgang einer Chemikalie durch den Werkstoff des Schutzhandschuhs auf molekularer Ebene.

Die Norm EN 374 verweist auf 2 weitere Normen: 

  • EN 388
    Diese Norm gilt für alle Arten von Handschuhen zum Schutz vor physikalischen oder mechanischen Verletzungen durch Abrieb, Klingen, Stiche oder Risse.
    Diese Norm gilt in Zusammenhang mit der Norm DIN EN 420. 
  • EN 420
    Die Norm definiert Anforderungen, Prüfverfahren und Kennzeichnungspflicht für Schutzhandschuhe nach EN 374, bestimmt allgemeine Anforderungen zu Gestaltungsgrundsätzen, Handschuhkonfektionierung und Widerstand des Handschuhmaterials gegen Wasserdurchdringung, Unschädlichkeit, Komfort und Leistungsvermögen. Die Norm schreibt auch vor, wie der Hersteller sein Produkt kennzeichnen und welche   Produktinformationen er bereitstellen muss. 
  • ASTM F1671-07
    Die American Society for Testing and Materials (ASTM) legt mit dieser US-amerikanischen Standardtestmethode fest, wie der Widerstand des Materials gegen Krankheitserreger, die über Blut übertragen werden, z.B. Viren nachzuweisen ist. ASTM ist kein europäischer Standard, informiert jedoch über die Materialqualität in Bezug auf Virendichtigkeit von Produkten.