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Hygienemanagement bei multiresistenten gramnegativen Erregern (MRGN)

Multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien (MRGN) entwickeln sich weltweit zu einer besorgniserregenden Gefahr in stationären und ambulanten Gesundheitseinrichtungen. Bereits zwei Drittel der Todesfälle, die in Zusammenhang mit  nosokomialen Infektionen im Krankenhaus auftreten, sind auf multiresistente gramnegative Erreger zurückzuführen.

Neben der Übertragung durch direkten Kontakt, wie z.B. über Wundsekrete, Sputum, Urin oder besiedelter Haut können auch unbelebte Flächen in unmittelbarer Patientennähe ein gefährliches Erregerreservoir darstellen, wie eine aktuelle Studie nachweist.

Zu den häufigsten gramnegativen Erregern mit Multiresistenzen gehören Enterobakterien wie Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae sowie sogenannte Nonfermenter wie Pseudomonas aeruginosa oder Acinetobacter baumannii.

Da die Behandlungsmöglichkeiten von MRGN-Infektionen deutlich eingeschränkt sind, kommt dem  Hygienemanagement bei der Prävention eine Schlüsselrolle zu.

Als Basis für eine wirksame Hygiene hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut (RKI) Empfehlungen zum Umgang mit multiresistenten gramnegativen Bakterien erarbeitet, die sich insbesondere an Krankenhäuser richten.  Kern der Empfehlungen ist das Resistenzprofil einzelner Erreger gegenüber den wichtigsten Antibiotikagruppen zur Erst-Therapie schwerer Infektionen (Acylureidopenicilline, Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Carbapeneme und Fluorchinolone):

3MRGN: Multiresistente gramnegative Stäbchen mit Resistenz gegen 3 der 4 Antibiotikagruppen

4MRGN: Multiresistente gramnegative Stäbchen mit Resistenz gegen 4 der 4 Antibiotikagruppen.


Grundlage für das Hygienemanagement bei MRGN stellen das  Resistenzprofil bzw. die Einteilung in 3MRGN und 4MRGN dar sowie bereichsspezifische Risiken, z. B. Stationen mit besonders immungeschwächten Patienten. Risikobereiche sind von jedem Krankenhaus zu definieren (z. B.  Neonatologie, ITS, hämatologisch-onkologische Station).

Bei den Maßnahmen wird zwischen der Basishygiene und Zusatzmaßnahmen bei Isolierung unterschieden.

Im Falle einer 4MRGN-Besiedlung oder Infektion sind, unabhängig vom vorliegenden Krankenhausbereich, über die Basishygiene hinausgehende Maßnahmen notwendig. Bei einer 3MRGN-Besiedlung oder Infektion sind diese Maßnahmen meist nur in Risikobereichen empfohlen.

Übersicht: Präventionsmaßnahmen bei 3MRGN und 4MRGN

  • Übersicht: Präventionsmaßnahmen bei 3MRGN und 4MRGN
  • Präventionsmaßnahmen bei 3MRGN und 4MRGN

MRGN-wirksame Desinfektionsmittel

Der Erfolg der Hygienemaßnahmen setzt u. a. die Wirksamkeit der eingesetzten Desinfektionsmittel voraus.  Einige Forschungsdaten haben die Wirksamkeit QAV-haltiger Flächen-Desinfektionsmittel ohne Aldehyde gegenüber gramnegativen Erregern wiederholt infrage gestellt. Eine aktuelle Studie [1] des BODE SCIENCE CENTER belegt die Wirksamkeit verschiedener Flächen-Desinfektionsreiniger, einschließlich eines Produktes auf QAV-Basis ohne Aldehyde, gegenüber MRGN.

Liste MRGN-wirksamer Desinfektionsmittel