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Hygienemaßnahmen bei EHEC

Als Enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, werden E. Coli-Bakterien bezeichnet, die in der Lage sind, Toxine im Körper zu produzieren. Dadurch kann es zu den gegenwärtig auftretenden schweren Verläufen der EHEC-Infektionen kommen.


Neuer Erregerstamm

Der Erregertyp, der für den aktuellen EHEC-Ausbruch in Deutschland verantwortlich ist, wurde als EHEC-Erreger HUSEC 041 identifiziert. Ein neuer Erreger, der aus zwei unterschiedlichen E. coli-Stämmen besteht.  Dabei ist es Forschern zufolge zu einem horizontalen Gen-Transfer gekommen, d. h. zu einem Austausch von Genen unabhängig von Fortpflanzungswegen.  Die Übernahme von Gen-Sequenzen hat vermutlich dazu geführt, dass der neue EHEC-Stamm im Vergleich zu anderen EHEC-Stämmen  häufiger zu besonders schweren Krankheitsverläufen wie HUS (siehe Glossar) führt.

Untersuchungen des Münsteraner Instituts für Hygiene hatten bereits nachgewiesen, dass es sich bei dem identifizierten EHEC-Stamm um einen ESBL-Bildner handelt. Bakterien, die Extended-Spectrum Beta-Lactamase produzieren, sind gegenüber beinahe allen Beta-Lactam-Antibiotika resistent. Hierzu gehören Penicilline, Cephalosporine sowie Aztreonam. Wirksam sind lediglich Carbapeneme aus der Gruppe der Beta-Lactam-Antiobiotika.


Keine Resistenz gegenüber Desinfektionsmittel

Die Antibiotika-Resistenz des EHEC-Stammes hat keine unmittelbaren Folgen für die Therapie der EHEC-Patienten. So ist eine Antibiotika-Therapie bei EHEC-Infektionen kontraindiziert, denn eine Zerstörung der Bakterien durch Antibiotika würde noch mehr Toxine freisetzen und das Beschwerdebild verschlimmern.


Bakterizide Desinfektionsmittel geeignet

Die Übertragung von EHEC-Erregern erfolgt fäkal-oral, daher stehen zur Vorbeugung in Abhängigkeit vom Infektionsrisiko die

und die

im Vordergrund.

Zur Desinfektion bei EHEC sind Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Bakterizidie einzusetzen, die nach den europäischen Standardmethoden EN geprüft sind, bzw. VAH- oder RKI (Wirkungsbereich A/Bakterien)-gelistet sind. Eine dementsprechend nachgewiesene Bakterizidie gehört zur Basis-Wirksamkeit eines in Deutschland als Arzneimittel zugelassenen alkoholischen Hände-Desinfektionsmittel  und ist in entsprechenden Produkten, wie zum Beispiel Sterillium® eingeschlossen.

Ausführliche Informationen zum risikoabhängigen Vorgehen zur Prävention von EHEC-Infektionen finden Sie hier:

EHEC-Informationen für Gesundheitseinrichtungen  
(PDF / Stand: 17.06.2011)

EHEC-Informationen zur Weitergabe an Endverbraucher
(PDF / Stand: 17.06.2011)

Weitere Informationen zur aktuellen EHEC-Situation finden Sie auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.

 

Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)

Finden Sie weitere Informationen zu HUS im Glossar.