Wir forschen für den Infektionsschutz

Kontakt

Experten-Hotline 
zu Fragen rund um 
Hygiene und Desinfektion
Tel.: +49 (40)-54 00 6 -111
Fax: +49 (40)-54 00 6 - 777
E-Mail: contact[at]bode-science-center.com

Telefonisch erreichen Sie uns:
Mo. - Do. 8:00 bis 16:30 Uhr
Freitag    8:00 bis 15:00 Uhr

Für Anrufer aus Österreich:
Tel.: 02236 646 3070

Interview

Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung für MitarbeiterInnen in der Endoskopie

Jörg von der Weppen
Jörg von der Weppen, Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein

Interview mit Jörg von der Weppen, Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein, Medizinprodukteüberwachung in der Abteilung Gesundheitsschutz, über die Anforderungen der Behörden an die Qualifikation von Personen, die (flexible) Endoskope nebst Zubehör aufbereiten.

Welche konkreten Qualifikationsanforderungen werden an MitarbeiterInnen in der Endoskopie gestellt?

Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) verlangt keine konkreten Ausbildungs- bzw. Fortbildungsmaßnahmen. Es sind allgemeine Anforderungen zur Aufbereitung im § 4 Abs. 2 und 3 MPBetreibV beschrieben, die sich auf die persönliche Sachkenntnis und die Räumlichkeit inklusive deren Ausstattung beziehen. Wir empfehlen den aufbereitenden MitarbeiterInnen, an einem speziellen Sachkundekurs für die Aufbereitung von Endoskopen teilzunehmen, der 40 Unterrichtsstunden umfasst.

Die Betreiber müssen nachweisen, dass ihre aufbereitenden MitarbeiterInnen die notwendige Kompetenz für die spezielle Aufbereitung besitzen. Was bedeutet das konkret?

Eine Grundvoraussetzung für die Beherrschung von Aufbereitungsverfahren ist die Erstellung einer Risikobewertung. Die Risikobewertung legt für den Einsatz jedes Instrumentes oder jeder Instrumentengruppe eine entsprechende Risikogruppe fest, also unterteilt diese in unkritische, semikritische A oder B, kritische A, B oder C Instrumente. Die Aufbereitung flexibler Endoskope erfordert in der Regel semikritische Aufbereitungsverfahren, gleiches gilt für das Zubehör, sofern dieses nicht steril zum Einsatz kommt. Andernfalls müsste dann ein Aufbereitungsverfahren für kritische Medizinprodukte angewendet werden. Für alle Aufbereitungsverfahren und deren einzelne Schritte müssen entsprechende Verfahrensanweisungen, sogenannte Standardarbeitsanweisungen vorhanden sein.

Es gibt Sach- und Fachkundekurse für MitarbeiterInnen. Wodurch unterscheiden sich diese?

Der Sachkundekurs hat einen Umfang von 40 Unterrichtsstunden. Die Voraussetzungen zur Teilnahme sind in der Regel die abgeschlossene Ausbildung in einem medizinischen Fachberuf und praktische Erfahrung in der Aufbereitung. Der Fachkundekurs I hat inzwischen einen Umfang von 120 Unterrichtsstunden mit einem anschließenden Praktikum von 150 Stunden, in dem ein Tätigkeitskatalog abgearbeitet werden muss. Hierfür sind in der Regel keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich. Diese Ausbildung ist erforderlich, um z.B. in einer Zentralsterilisation zu arbeiten.  Beide Kurse beinhalten nicht konkret die Aufbereitung von flexiblen Endoskopen. Daher empfehlen wir für Endoskopiepersonal den eingangs erwähnten speziellen Sachkundekurs, in der auf die besonderen Anforderungen der Aufbereitung von flexiblen Endoskope eingegangen wird.

Wie oft bzw. in welchen Intervallen müssen Arbeitgeber Ihr Fachpersonal zu Fortbildungsveranstaltungen schicken?

Hierzu gibt es ebenfalls keine speziellen Regelungen. Allgemein gilt, wie auch in fast jedem anderen Beruf, laufend für die durchzuführenden Tätigkeiten auf dem aktuellen Wissensstand zu bleiben. Diese Forderung findet sich auch in § 4 MPBetreibV. Von daher ist die regelmäßige Teilnahme an Schulungen und Fortbildungen unverzichtbar. Das Selbststudium von Fachlektüre wäre aus meiner Sicht eine Minimalanforderung. Der konstruktive Austausch mit anderen während einer Fortbildung ist erfahrungsgemäß nicht zu unterschätzen und in der Regel sehr hilfreich für die tägliche Arbeit.