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Wirksame Reinigung flexibler Endoskope

Infektionen nach endoskopischen Eingriffen sind häufig auf eine unzureichende Desinfektion oder Reinigung vor der Wiederverwendung zurückzuführen. So kann organisches Material wie Blut, Fibrin oder Protein z.B. durch den Einsatz nicht geeigneter Reiniger nur unzureichend entfernt und sogar fixiert werden. Anschließende Desinfektionsverfahren sind allerdings nur dann wirksam, wenn die Endoskopkanäle vollständig frei von organischen Verschmutzungen sind. [1]

KRINKO und BfArM: Kein Einsatz PES-basierter Reiniger

In ihrer Empfehlung weisen die KRINKO und das BfArM auf die proteinfixierenden Eigenschaften von Peressigsäure (PES) hin und raten daher vom Einsatz dieses Wirkstoffs zur Vorreinigung und Reinigung flexibler Endoskope ab. [1,2] Entgegen dieser Empfehlung bieten einiger Hersteller für den Reinigungsschritt Präparate auf PES-Basis an.

Eine neue Studie von [3] bestätigt die KRINKO-Empfehlung. Die Übersichtsarbeit wertete 243 Publikationen zur Eignung von PES für den Reinigungsschritt bei der Aufbereitung flexibler Endoskope aus. Das Ergebnis: Keine der gesichteten Studien zeigte, dass PES-basierte Reiniger ebenso wirksam sind wie herkömmliche Formulierungen. Außerdem fixierten die Reiniger auf Basis von Peressigsäure nicht nur Proteine, sondern auch Nervengewebe, Biofilm und Blut.


Enzymbasierte Reiniger: Selbsttätige Ablösung von organischen Rückständen

Um flexible Endoskope zu reinigen, empfehlen KRINKO und BfArM den Einsatz von enzymatischen Reinigern, oberflächenaktiven und nicht schäumenden Tensiden sowie Lösungen, die zugleich reinigen und desinfizieren. [1]

Die selbsttätig reinigenden Lösungen auf Tensid- oder Tensid-Enzymbasis entfernen organische Verschmutzungen wie Bioflim, Fibrin und Schleim zuverlässig und materialschonend. Für die Reinigungsleistung entscheidend ist die spezielle Formulierung aus Tensiden, Enzymen und Komplexbildnern. So lösen Tenside Verschmutzungen, Enzyme spalten und zersetzen gezielt Proteinanteile und Komplexbildner verhindern die weitere Verhärtung von Verunreinigungen.


Quellen:
(1)    Robert Koch-Institut. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. 2012. Bundesgesundheitsblatt. 55:1244–1310.
(2)    Robert Koch-Institut. Kommentar zur Anlage 8 “Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums der Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“. Epidemiologisches Bulletin. 15. Juli 2013. Nr. 28.
(3)    Kampf et al. Is peracetic acid suitable for the cleaning step of reprocessing flexible endoscopes? World J Gastrointest Endosc. 2014. September 16; 6(9): 390-406.


Weitere Informationen:
Hier gelangen Sie zum Studienabstract Eignet sich Peressigsäure für den Reinigungsschritt bei der Aufbereitung von flexiblen Endoskopen?


Die vollständige Studie kann hier als Sonderdruck kostenlos angefordert werden.


Hier gelangen Sie zum Experteninterview mit Prof. Dr. Heike Martiny zur sicheren Vorreinigung von Endoskopen.


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