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Siehe auch:

Informationen und Link zum aktualisierten RKI-Ratgeber - Merkblätter für Ärzte, Clostridium difficile, Stand: 17.08.2011, finden sie hier.

Infektionsschutz wissenschaftlich
er- und begründen

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen des Infektionsschutzes ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Anstrengungen zur Erhöhung der Sicherheit von Patienten und medizinischem Personal. Weltweit arbeiten Wissenschaftler jeden Tag daran, Infektionsrisiken zu erkennen, zu bewerten und fundierte Grundlagen für ein optimales Hygienemanagement zu schaffen. Wir stellen Ihnen schlaglichtartig News rund um den Infektionsschutz vor.

Lesen Sie hier aktuelle Beiträge und Studien-Abstracts:

STUDIE

Kampf G.

Clostridium difficile – was ist für eine effektive Desinfektion zu beachten?

Hyg Med 2008; 33 [4]

Die überregionale Zunahme an C. difficile Infektionen mit neuen Epidemiestämmen hat es erforderlich gemacht, diesen nosokomialen Infektionserreger intensiver zu betrachten. In seiner Übersichtarbeit beschreibt Kampf u. a. die Rolle unbelebter Flächen als  Reservoir für neue Infektionen. Die höchsten Kontaminationsraten wurden in der Umgebung von Patienten mit Durchfall gefunden, und dann insbesondere in der Umgebung der Toilette bzw. an Steckbecken. Die sporizide Flächendesinfektion hat in der Mehrzahl der Studien eine signifikante Reduktion der C. difficile Neuerkrankungsrate zur Folge gehabt. Neben dem Tragen von Schutzhandschuhen, scheint die sporizide Flächendesinfektion im Ausbruchsfall das größte Potential zur Prävention zu haben.

Die Hände sind selten mit C. difficile kontaminiert. Bei Verdacht auf Kontamination der Hände sollten diese zur Abtötung der vegetativen C. difficile Zelle erst desinfiziert und anschließend kurz und gründlich gewaschen werden, um die Sporenzahl größtmöglich zu reduzieren.

Die vollständige Übersichtsarbeit finden sie hier.

STUDIE

McDonald LC et al.

Vermeidung von Infektionen mit Clostridium difficile – die entscheidenden Parameter

Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR), March 9, 2012 / 61(09);157-162

Hintergrund: Clostridium difficile-Infektionen (CDI) gehören zu den häufigsten Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden. In den USA verzeichnen sowohl die Anzahl der Neuerkrankungen und der Todesfälle als auch die Zusatzkosten, die durch CDI bei Krankenhauspatienten verursacht werden, neue Höchststände. Dennoch wurde bislang nicht untersucht, welchen Anteil die Exposition in anderen Gesundheitseinrichtungen neben Krankenhäusern an der Gesamtbelastung durch CDI hat. Es ist ebenfalls unklar, ob krankenhausübergreifende Präventionsprogramme, welche auf die Empfehlungen der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zurückgreifen, CDI verhindern können.

Methoden: In der US-amerikanischen Untersuchung wurden Daten aus insgesamt drei Quellen herangezogen und ausgewertet, um mögliche Kontakte mit CDI im Gesundheitswesen zu identifizieren, die Zahl der außerhalb des Krankenhauses auftretenden CDI zu ermitteln, und um herauszufinden, ob Präventionsprogramme die CDI-Rate effektiv senken können. Bei den drei Datenquellen handelte es sich um ein auf Bevölkerungsstatistiken beruhendes CDC-Programm zur CDI-Surveillance (Emerging Infections Program). Weitere Datenquellen sind ein Modul des National Healthcare Safety Network (NHSN) für im Labor identifizierte CDI-Fälle, und die vorläufigen Ergebnisse von drei staatlichen Programmen, bei denen 71 Krankenhäuser miteinander kooperieren, um eine krankenhausübergreifende Übertragung von Clostridium difficile zu verhindern.

Ergebnisse: 94 % der CDI, die im Rahmen des Emerging Infections Program im Jahre 2010 ermittelt wurden, standen mit dem Gesundheitswesen im Zusammenhang, wobei sich 75 % dieser Infektionen bei Personen manifestierte, die sich zu dem Zeitpunkt nicht im Krankenhaus aufhielten (z.B. kürzlich entlassene Patienten, ambulante Patienten, Pflegeheimbewohner). Bei 52 % der CDI, die 2010 dem NHSN gemeldet wurden, waren die Patienten bereits bei Krankenhausaufnahme infiziert, wobei ein hoher Anteil der Infektionen auch hier mit dem Gesundheitswesen in Zusammenhang stand. Die zusammengefasste CDI-Rate in den 71 Krankenhäusern, die an den staatlichen Präventionsprogrammen teilnehmen, konnte um 20 % gesenkt werden.

Schlussfolgerung: Die Analyse der drei Datenquellen zeigt, dass fast alle CDI mit unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammenhängen, in denen eine Übertragung von Clostridium difficile stattfindet. CDI, die sich während des Krankenhausaufenthaltes manifestieren, können durch verstärkte Infektionsverhütungs-Maßnahmen verhindert werden. Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zählen die zuverlässige und frühzeitige Erkennung von CDI, die Isolierung von CDI-Patienten sowie die Intensivierung der Flächendesinfektion/-reinigung im Krankenhaus. Nach Angaben der Autoren muss dennoch viel geschehen, um CDI über alle Einrichtungsarten hinweg zu verhindern. Für eine deutliche Reduzierung müssen Infektionsverhütungs-Programme in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegeeinrichtungen mit einer Strategie zur Sicherung eines adäquaten Antibiotika-Einsatzes einhergehen. Darüber hinaus sollten Gesundheitsbehörden und Partnerorganisationen, die bereits eine führende Rolle bei der Prävention von CDI in Krankenhäusern übernommen haben, ihre Programme auf andere Einrichtungen im Gesundheitswesen ausweiten.

Der vollständige Bericht in Englischer Sprache steht hier zum Download bereit.


Mattner F et al.

Aktuelle Empfehlungen zur Prävention einer Ausbreitung multiresistenter Gram-negativer Erreger.

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(3): 39-45.

Der Anteil Gram-negativer Erreger unter den Auslösern nosokomialer Infektionen nimmt weltweit zu.  In Deutschland gehören Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella spp., Escherichia coli und Enterobacter spp. bereits zu den häufigsten Erregern nosokomialer Infektionen auf Intensivstationen. Infektionen mit diesen multiresistenten Erregern sind schwierig zu therapieren und gehen mit höherer Morbidität und Letalität einher. 

Die ständige Arbeitsgemeinschaft Allgemeine und Krankenhaushygiene und die Fachgruppe Infektionsprävention und Antibiotikaresistenz in der Krankenhaushygiene der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) haben im Rahmen eines Experten-Workshops Kenntnisse zur Epidemiologie und Diagnostik multiresistenter Gram-negativer Erreger (MR-GNE) zusammengetragen, selektive Literaturrecherchen unter Berücksichtigung von nationalen und internationalen Leitlinien durchgeführt und auf dieser Basis Empfehlungen formuliert.

Die vorgeschlagenen Hygienemaßnahmen zum Umgang mit kolonisierten und infizierten Patienten im Nichtausbruchsfall sind abhängig vom Risikoprofil der klinischen Umgebung. Darüber hinaus definieren die Experten die Multiresistenz Gram-negativer Erreger.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die hier vorgestellten Empfehlungen größtenteils nicht evidenzbasiert sind und daher mehrheitlich als Expertenmeinung einzustufen sind. 

Die vollständige Empfehlung in deutscher Sprache finden Sie hier