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Autor: McDonald LC et al. Quelle: Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR), March 9, 2012 / 61(09);157-162

STUDIE

McDonald LC et al.

Vermeidung von Infektionen mit Clostridium difficile – die entscheidenden Parameter

Hintergrund: Clostridium difficile-Infektionen (CDI) gehören zu den häufigsten Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden. In den USA verzeichnen sowohl die Anzahl der Neuerkrankungen und der Todesfälle als auch die Zusatzkosten, die durch CDI bei Krankenhauspatienten verursacht werden, neue Höchststände. Dennoch wurde bislang nicht untersucht, welchen Anteil die Exposition in anderen Gesundheitseinrichtungen neben Krankenhäusern an der Gesamtbelastung durch CDI hat. Es ist ebenfalls unklar, ob krankenhausübergreifende Präventionsprogramme, welche auf die Empfehlungen der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zurückgreifen, CDI verhindern können.

Methoden: In der US-amerikanischen Untersuchung wurden Daten aus insgesamt drei Quellen herangezogen und ausgewertet, um mögliche Kontakte mit CDI im Gesundheitswesen zu identifizieren, die Zahl der außerhalb des Krankenhauses auftretenden CDI zu ermitteln, und um herauszufinden, ob Präventionsprogramme die CDI-Rate effektiv senken können. Bei den drei Datenquellen handelte es sich um ein auf Bevölkerungsstatistiken beruhendes CDC-Programm zur CDI-Surveillance (Emerging Infections Program). Weitere Datenquellen sind ein Modul des National Healthcare Safety Network (NHSN) für im Labor identifizierte CDI-Fälle, und die vorläufigen Ergebnisse von drei staatlichen Programmen, bei denen 71 Krankenhäuser miteinander kooperieren, um eine krankenhausübergreifende Übertragung von Clostridium difficile zu verhindern.

Ergebnisse: 94 % der CDI, die im Rahmen des Emerging Infections Program im Jahre 2010 ermittelt wurden, standen mit dem Gesundheitswesen im Zusammenhang, wobei sich 75 % dieser Infektionen bei Personen manifestierte, die sich zu dem Zeitpunkt nicht im Krankenhaus aufhielten (z.B. kürzlich entlassene Patienten, ambulante Patienten, Pflegeheimbewohner). Bei 52 % der CDI, die 2010 dem NHSN gemeldet wurden, waren die Patienten bereits bei Krankenhausaufnahme infiziert, wobei ein hoher Anteil der Infektionen auch hier mit dem Gesundheitswesen in Zusammenhang stand. Die zusammengefasste CDI-Rate in den 71 Krankenhäusern, die an den staatlichen Präventionsprogrammen teilnehmen, konnte um 20 % gesenkt werden.

Schlussfolgerung: Die Analyse der drei Datenquellen zeigt, dass fast alle CDI mit unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammenhängen, in denen eine Übertragung von Clostridium difficile stattfindet. CDI, die sich während des Krankenhausaufenthaltes manifestieren, können durch verstärkte Infektionsverhütungs-Maßnahmen verhindert werden. Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zählen die zuverlässige und frühzeitige Erkennung von CDI, die Isolierung von CDI-Patienten sowie die Intensivierung der Flächendesinfektion/-reinigung im Krankenhaus. Nach Angaben der Autoren muss dennoch viel geschehen, um CDI über alle Einrichtungsarten hinweg zu verhindern. Für eine deutliche Reduzierung müssen Infektionsverhütungs-Programme in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegeeinrichtungen mit einer Strategie zur Sicherung eines adäquaten Antibiotika-Einsatzes einhergehen. Darüber hinaus sollten Gesundheitsbehörden und Partnerorganisationen, die bereits eine führende Rolle bei der Prävention von CDI in Krankenhäusern übernommen haben, ihre Programme auf andere Einrichtungen im Gesundheitswesen ausweiten.

Quelle:
Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR), March 9, 2012 / 61(09);157-162

Der vollständige Bericht in Englischer Sprache steht hier zum Download bereit.