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Autor: Allegranzi B et al. Quelle: Infect Control Hosp Epidemiol. 2012 Jun;33(6):621-3.

KOMMENTAR

Allegranzi B et al.

Bundesweites Benchmarking von Händehygiene-Performance

Die Förderung von Händehygiene ist für die Sicherheit von Patienten von zentraler Bedeutung und ein Grundpfeiler effektiver Infektionsverhütung im Gesundheitswesen. Allegranzi et al., die in ihrem Kommentar zur Veröffentlichung von Behnke et al. die Bedeutung von Händehygiene-Kampagnen und deren Auswertung mittels Performance-Überwachung und Infrastrukturindikatoren betonen, loben das in Deutschland implementierte System zur Erhebung von Verbrauchsdaten alkoholischer Hände-Desinfektionsmittel, insbesondere vor dem Hintergrund der bundesweiten Umsetzung. Der drastische Anstieg des Verbrauchs alkoholischer Hände-Desinfektionsmittel um 35,9 Prozent von 2007 bis 2010, wie er in der Studie von Behnke et al. beschrieben wird, untermauert die Effektivität multimodaler Strategien zur Förderung der Händehygiene. Dennoch sind die Autoren der Meinung, dass es schwierig sein wird, herauszufinden, ob diese Steigerung des Verbrauchs in einer tatsächlichen Verbesserung der Händehygiene-Compliance begründet liegt. Laut Allegranzi et al. unterliegt die Messung des Verbrauchs alkoholischer Hände-Desinfektionsmittel als Surrogatparameter für die Compliance mehreren Einschränkungen: Zum einen erfordert die Erhebung eine präzise Validierung der Verbrauchsdaten. Zum anderen lässt der Verbrauch keine Aussagen über die Durchführung von Händehygiene bezüglich der tatsächlichen Gelegenheiten zu. Darüber hinaus bildet er nicht notwendigerweise einen bestimmungsgemäßen Gebrauch der Hände-Desinfektionsmittel ab (mögliche unnötige Durchführung von Händedesinfektionen, Nutzung der Produkte für andere Zwecke (z.B. Flächendesinfektion) und Gebrauch der Desinfektionsmittel von Patienten und Besuchern).

Allegranzi und Kollegen werten die Implementierung des bundesweiten Surveillance-System für den Verbrauch alkoholischer Hände-Desinfektionsmittel als großen Erfolg, an dessen Beispiel sich viele Länder orientieren sollten. Jedoch folgen sie den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und sind der Meinung, dass die direkte Beobachtung der beste Ansatz zur Ermittlung der Händehygiene-Compliance ist. Dabei erachten sie die wiederholte, regelmäßige direkte Überwachung sogar auf bundesweiter Ebene als realisierbar. Darüber hinaus empfehlen Allegranzi et al., aufkommende innovative Systeme zur automatischen Überwachung, die nur geringe Personalressourcen und Investitionen erfordern, mit Hilfe des Gold-Standards der direkten Beobachtung zu validieren.

Quelle:
Infect Control Hosp Epidemiol. 2012 Jun;33(6):621-3.

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