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Autor: Reichel M et al (2009) Quelle: Antimicrob. Agents Chemother. November 2009 vol. 53 no. 11 4778-4782.

STUDIE

Reichel M et al (2009)

Alkohole zur Hautantiseptik auf klinisch relevanten Hautarealen

Hintergrund: Zur Prävention postoperativer Wundinfektionen werden zur Hautantiseptik die Alkohole Ethanol, Isopropanol und n-Propanol eingesetzt. Im Umgang mit Gefäßkathetern wird in den USA darüber hinaus durch die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) der Einsatz von Formulierungen mit einem 2-prozentigen Anteil an Chlorhexidin empfohlen. Systematische Untersuchungen der Wirksamkeit der nichtalkoholischen Lösungen in-vivo waren bislang in der Literatur nicht  verfügbar.

Methoden: In der Studie wurde die Wirksamkeit der Alkohole Ethanol, Isopropanol und n-Propanol in den Konzentrationen 60 % (v/v), 70 % (v/v) und 89,5 % (v/v), mit Einwirkzeiten von 2,3 und 4 Minuten auf die aerobe, residente Hautflora auf der Stirn, dem Rücken und dem Bauch untersucht. Die Untersuchung wurde an 180 Probanden mit der standardisierten Tupferabstrichmethode durchgeführt. Weiterhin wurde die Hemmung der Rekolonisation der Hautflora auf den Oberarmen und dem Rücken von 20 Probanden 72 Stunden nach der Behandlung mit 0,5 %, 1 % und 2 % Chlorhexidindigluconat (CHG) in 89,5 % n-Propanol verglichen.

Ergebnis: Auf allen Hautarealen zeigte n-Propanol die beste Wirksamkeit. Der Haupteinflussfaktor für die Wirksamkeit war die Art des Alkohols, gefolgt von der Konzentration und der Einwirkzeit. Am effizientesten war die Lösung mit 89,5 % n-Propanol. Ethanol und Isopropanol waren signifikant weniger wirksam. In Bezug auf die Hemmung der Rekolonisation der Hautflora zeigte sich durch Zusatz von 0,5 % CHG eine signifikant bessere Wirkung als mit der rein alkoholisch-wässrigen Lösung.

Fazit: Eine Formulierung mit 89,5 % n-Propanol ist am besten geeignet, die aerobe residente Hautflora zu reduzieren. Eine Kombination mit CHG zeigte sich als vorteilhaft wenn einer schnellen Rekolonisation der Hautflora  vorgebeugt werden soll. Weitere Studien sind erforderlich, um zu bestimmen, welche CHG-Konzentrationen zum Schutz vor einer schnellen Rekolonisation am effizientesten sind. Dies kann zum Beispiel in Zusammenhang mit dem Einsatz von Hautantiseptika zur Pflege von Gefäßkathetern von Bedeutung sein.

Quelle:
Antimicrob. Agents Chemother. November 2009 vol. 53 no. 11 4778-4782.

Die Originalstudie in englischer Sprache können Sie hier kostenlos herunterladen.

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