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Autor: Jeske, H.-C. et al. Quelle: Anaesthesia 2007, 62: 904–906

STUDIE

Jeske, H.-C. et al.

Bakterielle Kontamination der Hände von Anästhesisten durch private Mobil- und Festnetztelefone im OP-Saal

Hintergrund: Die regelmäßige Nutzung von Mobiltelefonen in OP-Sälen ist weit verbreitet. Während die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten eine höhere Versorgungsqualität z.B. auf Intensivstationen mit sich bringen, besteht gleichzeitig das Risiko der Übertragung von Bakterien auf die Hände des medizinischen Personals.  

Methoden: Im Rahmen einer Pilot-Studie wurden 40 in OP-Sälen arbeitende Anästhesisten zunächst angewiesen, eine Händedesinfektion mit einem alkoholischen Hände-Desinfektionsmittel durchzuführen. Ein anschließender Test dokumentierte den Desinfektionserfolg. In einem nächsten Schritt tätigten die Ärzte einen kurzen Anruf mit ihrem privaten, am Arbeitsplatz eingesetzten, Mobiltelefon. Im Anschluss daran erfolgte wiederum die Überprüfung der bakteriellen Kontamination der Hände. Die gleiche Untersuchung wurde mit an der Wand montierten Festnetztelefonen im Vorzimmer des OP-Saals durchgeführt. 

Ergebnis: Nach Nutzung der Mobiltelefone wurde eine bakterielle Kontamination auf den Händen von 38 Ärzten nachgewiesen (4 davon mit humanpathogenen Bakterien). Bei den wandmontierten Festnetztelefonen lag der Wert bei 33 von 40; hier wurden ebenfalls humanpathogene Bakterien bei 4 Personen festgestellt. 

Fazit: Die Vorzüge des Gebrauchs von Mobiltelefonen in OP-Sälen sollten mit dem Risiko unbemerkter Kontamination abgewogen werden. Im Vergleich zur Nutzung von Festnetztelefonen kann die Verwendung kontaminierter Mobiltelefone schwerwiegendere Konsequenzen für die Patienten mit sich bringen, weil sie im OP-Saal häufig in ihrer unmittelbaren Nähe eingesetzt werden.  


Quelle: 
Anaesthesia 2007, 62: 904–906