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Autor: Pittet, D. et al. Quelle: Lancet, 2000, 356: 1307-1312

STUDIE

Pittet, D. et al.

Effektivität eines krankenhausweiten Programmes zur Erhöhung der Händehygiene-Compliance

Hintergrund: Händehygiene, insbesondere die Händedesinfektion mit Präparaten auf Alkoholbasis, gilt als wichtigste Präventionsmaßnahme von im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Dennoch werden in der Regel die Händehygiene-Vorschriften im Klinikalltag zu wenig eingehalten. Pittet et al. führten zur Erhöhung der Compliance-Rate und zum Effekt auf die Rate nosokomialer Infektionen eine Studie im Genfer Universitätsklinikum durch.

Methode: Im Rahmen dieser Studie, deren Dauer sich insgesamt über fünf Jahre erstreckte, wurde im Jahr 1995 eine multimodale Kampagne zur Verbesserung der Händehygiene-Compliance eingeführt. Der Schwerpunkt der Kampagne lag auf von den Krankenhausmitarbeitern entworfenen Postern, die auf allen Stationen gut sichtbar aufgehängt wurden, um die Mitarbeiter an die Durchführung der Händehygiene-Maßnahmen zu erinnern sowie der Förderung der Nutzung von Desinfektionsmitteln auf Alkoholbasis, deren Zugänglichkeit durch die Installation von Spendern an allen Patientenbetten und die Einführung von Kittelflaschen erleichtert wurde. Die Einhaltung der Händehygiene-Maßnahmen wurde vor (Dezember 1994) sowie während und nach der Kampagne (jeweils im Juni und Dezember in den Jahren 1995 bis einschließlich 1997) durch Beobachtung überprüft. Insgesamt flossen mehr als 20.000 beobachtete Situationen, die eine Händehygiene-Maßnahme erforderten, in die Auswertung ein. Parallel dazu wurde die Häufigkeit nosokomialer Infektionen bestimmt.

Ergebnisse: Über den Studienzeitraum erhöhte sich die Händehygiene-Compliance von 48 % in 1994 auf 66 % im Jahr 1997. Es zeigte sich, dass diese Verbesserung mit dem Anstieg der Compliance der alkoholischen Händedesinfektion von 13,6 % auf 37 % einherging; die Compliance der Händewaschung mit Wasser und Seife blieb über den Beobachtungszeitraum mit einer Rate von ca. 30 % konstant. Gleichzeitig reduzierte sich die Rate nosokomialer Infektionen signifikant von 16,9 % auf 9,9 %.

Fazit: Die Studie konnte somit aufzeigen, dass ein krankenhausweites Programm die Händehygiene-Compliance nachhaltig steigern kann und gleichzeitig die Rate nosokomialer Infektionen signifikant gesenkt werden kann. Die Erhöhung der Compliance hing maßgeblich mit der leichteren Zugänglichkeit der alkoholischen Hände-Desinfektionsmittel zusammen.


Quelle:
Lancet, 2000, 356: 1307–-1312


Die Originalarbeit in englischer Sprache können Sie hier kostenlos herunterladen.


Weitere Informationen zu Händehygiene-Programmen finden Sie im Bereich CENTER.