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Autor: Fitzgerald, G./ Moore, G./ Wilson, A.P.R. Quelle: J Hosp Infect. 2013 Mar 1. pii: S0195-6701(13)00048-0. doi: 10.1016/j.jhin.2013.01.008

STUDIE

Fitzgerald, G./ Moore, G./ Wilson, A.P.R.

Händehygiene nach Kontakt mit der Patientenumgebung: Die am häufigsten übersehenen Gelegenheiten

Hintergrund: Mitarbeiter im Gesundheitswesen unterschätzen oft die Rolle der Oberflächen bei der Übertragung von Infektionen. So ist die Händehygiene-Compliance nach Kontakt mit Oberflächen der unmittelbaren Patientenumgebung niedriger als nach direktem Patientenkontakt. 

Ziel der Studie war es, die Bewegungen des Personals auf der Intensivstation und den allgemeinen Stationen zu beobachten. Dabei wurden die am häufigsten benutzten Wege und die ohne angemessene Händehygiene berührten Oberflächen bestimmt.


Methoden: In verschiedenen Stationen eines Londoner Lehrkrankenhauses wurden achtundfünfzig 90-minütige Beobachtungseinheiten in offenen Bereichen und in isolierten Zimmern durchgeführt. Um die Bewegungen des Personals von einer Stelle zu einer anderen sowie die Häufigkeit der Bewegungen aufzunehmen, kam ein spezielles Analyseverfahren zur Aufzeichnung der Bewegungsmuster zum Einsatz. Dabei wurde die Durchführung der Händehygiene unter Berücksichtigung der von der WHO entwickelten „5 Momente der Händehygiene“ überprüft.


Ergebnis: In der Intensivstation fand die meiste Bewegung in direkter Nähe der Betten statt. Am häufigsten wurden die am Patientenbett stehenden Computer und der Gerätewagen berührt, oft sogar unmittelbar nach Patientenkontakt. Die Compliance in der Händehygiene betrug 60 % (Mehrbettzimmer) bzw. 62 % (Einzelzimmer). In der Abteilung für Gastroenterologie erfolgte die Bewegung vorwiegend zwischen den Betten. Die beobachtete Händehygiene-Compliance erreichte hier 34 %.  Die Compliance zwischen einem Patientenkontakt und dem Berühren von Computerflächen war mit 14 % - 22 % niedrig, was das Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern vom Patienten auf die Flächen verdeutlicht.


Fazit: Mitarbeitern im Gesundheitswesen muss bewusst gemacht werden, dass Infektionen auch bei Maßnahmen übertragen werden können, die im Krankenhausalltag als nur wenig riskant wahrgenommen werden. Schulungen und Interventionsprogramme sollten daher eine mögliche Kontamination der Stationscomputer, des Krankenblatts und der Türgriffe berücksichtigen.


Quelle: 
J Hosp Infect. 2013 Mar 1. pii: S0195-6701(13)00048-0. doi: 10.1016/j.jhin.2013.01.008. [Epub ahead of print]