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Autor: Reichel M et al. (2011) Quelle: Journal of Hospital Infection 78 (2011): 5–10.

STUDIE

Reichel M et al. (2011)

Identifizierung von Variablen der aeroben bakteriellen Dichte auf klinisch relevanten Hautarealen

Hintergrund: Aerobe Mikroorganismen wie z. B. Staphylococcus aureus können über die Haut übertragen werden und zu nosokomialen Infektionen führen. Die Dichte der Keimbesiedlung unterscheidet sich je nach Hautareal deutlich. Bei Studien zur Überprüfung von Hautantiseptika gehören die Randomisierung von Testarealen und ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei den Probanden bislang nicht zum Standard.

Methoden: Ziel der Studie war es, zunächst eine evidenzbasierte Bestandsaufnahme der Keimdichte auf verschiedenen Hautarealen vorzunehmen. Dazu erfolgte eine systematische Auswertung der deutsch- und englischsprachigen wissenschaftlichen Literatur. Die mikrobielle Dichte auf vier klinisch relevanten Hautarealen (Stirn, oberer Rücken, Abdomen und Lumbalbereich) wurde durch in vivo Tests untersucht. Dazu erfolgte die Entnahme von Proben mit standardisierter Tupfermethode von 95 weiblichen und 85 männlichen Probanden. Zudem wurden Faktoren identifiziert, die den Grad der Keimbesiedlung beeinflussen.

Ergebnisse: Das Studienreview ergab eine generell höhere mikrobielle Dichte auf talgdrüsenreichen und auf feuchten Hautarealen. Die höchste aerobe mikrobielle Besiedlung wurde auf der Stirn nachgewiesen. Hier betrug die durchschnittliche Dichte 3,69 ± 1,00 log KBE/cm2 (koloniebildende Einheiten pro cm2), gefolgt vom oberen Rücken (3,00 ± 0,90), Abdomen (2,98 ± 0,74) und dem Lumbalbereich (2,35 ± 0,70). Der Unterschied zwischen den vier Hautarealen war signifikant. Auf der medialen Seite der Stirn befanden sich signifikant mehr Mikroorganismen als auf der lateralen Seite. Im Bereich des oberen Rückens wurden kranial mehr Keime als kaudal nachgewiesen. Männliche Probanden zeigten auf allen Hautarealen signifikant mehr Mikroorganismen als die weiblichen Versuchsteilnehmer (z.B. Stirn: 3,85 ± 0,91 vs. 3,53 ± 1,07).

Fazit: Die Randomisierung von Testarealen ist eine Grundvoraussetzung, um in Studien zur Keimdichte auf der Haut und zur Wirksamkeit von Hautantiseptika repräsentative Ergebnisse zur erzielen. Die Autoren empfehlen darüber hinaus, bei der Auswahl von Probanden ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu wahren.

Quelle:
Journal of Hospital Infection 78 (2011): 5–10.

Die Originalstudie in englischer Sprache können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.

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