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Autor: Brady, R. R. et al. Quelle: Telemedicine and e-Health 2012, 18 (4): 289–291

STUDIE

Brady, R. R. et al.

“National Health Service Connecting for Health”: Medizinisches Fachpersonal, Mobiltechnologie und Infektionskontrolle

Hintergrund: Durch Mobiltelefone kann die Effizienz der Kommunikation in Krankenhäusern in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung verbessert werden. Jedoch stellen Mobiltelefone des Gesundheitspersonals ein bekanntes Reservoir pathogener Bakterien dar, das zur Ausbreitung nosokomialer Infektionen auf Krankenstationen und in OP-Sälen führen kann. Besondere Hygienerisiken entstehen, wenn die Ausgabe von Bereitschaftstelefonen an medizinisches Fachpersonal – im vorliegenden Fall durch den National Health Service des britischen Gesundheitsministeriums – nicht durch die Bereitstellung angemessener Unterweisungen zur Dekontamination dieser Geräte begleitet wird. 


Methoden: Im Rahmen der Studie wurden die Mobiltelefone von 87 Bereitschaftsärzten vor und 12 Stunden nach einer Reinigungs-Intervention mit 70 %igem Isopropylalkohol auf bakterielles Wachstum hin untersucht. Zusätzlich wurde u.a. die Einstellung zur Desinfektion von Mobiltelefonen mit Fragebögen ermittelt.   


Ergebnis: 78 % (68 von 87) der Ärzte waren sich darüber im Klaren, dass Mobiltelefone pathogene Bakterien übertragen können, jedoch reinigten nur 8 %  ihre Telefone regelmäßig. Vor der Reinigungs-Intervention wurde auf 48 von 87 Geräten bakterielles Wachstum festgestellt, danach auf 14 Mobiltelefonen (Reduzierung um 79 %). Auf 8 % der Geräte wuchsen Staphylococcus aureus und auf fast jedem zweiten Gerät wurde Wachstum von grampositiven Kokken nachgewiesen. Alle S. aureus Isolate waren Methicillin-empfindlich.


Fazit: Einfache, kostengünstige Maßnahmen können die Gesamtkeimzahl auf Oberflächen von Mobiltelefonen sowie Kreuzkontaminationen effektiv reduzieren. Die Autoren empfehlen, neben der Einhaltung einer strikten Händehygiene, dass medizinisches Personal möglichst wenige elektronische Geräte mit sich führen sollte und diese angemessen zu reinigen sind. Gesundheitspersonal sollte darüber hinaus dringend zu evidenzbasierten Methoden einer effektiven Dekontamination von Mobiltelefonen geschult werden. 


Quelle: 
Telemedicine and e-Health 2012, 18 (4): 289–291