Wir forschen für den Infektionsschutz
  • germs
  • Adenovirus
  • Aspergillus niger
  • Bovine virus diarrhea
  • Clostridium difficile
  • Candida albicans
  • Candida albicans
  • Coronavirus
  • Corynebacterium
  • Escherichia coli
  • Helicobacter pylori

Autor: Muniz, J./ Sethi, R.K.V./ Zaghi, J./ Ziniel, S.I./ Sandora, T.J. Quelle: American Journal of Infection Control 2012, 40 (10): 922–925.

STUDIE

Muniz, J./ Sethi, R.K.V./ Zaghi, J./ Ziniel, S.I./ Sandora, T.J.

Prädiktoren der Desinfektion von Stethoskopen beim Gesundheitspersonal in der Pädiatrie.

Hintergrund: Regelmäßige und sachgerechte Desinfektion von Stethoskopen verhindert die Übertragung der daran haftenden Bakterien auf andere Patienten. Die in einer Kinderklinik durchgeführte Studie hatte zum Ziel, die Einstellungen von Gesundheitspersonal zur Desinfektion von Stethoskopen zu beschreiben und die Gründe für Compliance-Raten bei der Stethoskop-Desinfektion zu ermitteln.

Methoden: Anhand einer anonymen Online-Befragung von Pflegepersonal und Ärzten wurden Häufigkeit und Methoden der Desinfektion, Wahrnehmungen von Verunreinigungen sowie Desinfektions-Barrieren untersucht. Durch multivariate logistische Regression erfolgte die Identifizierung erklärender Variablen für eine regelmäßige Desinfektion von Stethoskopen. 

Ergebnisse: Von den 1.401 Befragten, darunter 719 Ärzte und 682 Pflegekräfte, sahen 76 % eine Infektionsübertragung über Stethoskope als erwiesen an. Jedoch gaben nur 24 % der Probanden an, nach jedem Gebrauch eine Desinfektion durchzuführen. Mangelnde Bereitschaft zur Desinfektion wurde von der Mehrheit der Befragten (52 %) auf den fehlenden Zugang zu Desinfektionsmitteln zurückgeführt. Die Überzeugung, Infektionsübertragung erfolge über Stethoskope, geht mit einer hohen Bereitschaft zur Desinfektion einher. Die regelmäßige Desinfektion von Stethoskopen war vor allem unter den auf Intensivstationen arbeitenden Ärzten besonders verbreitet. Geringe Compliance liegt bei denjenigen Befragten vor, die als Barrieren einer regelmäßigen Desinfektion das Fehlen visueller Erinnerungen, Zeitmangel sowie den mangelnden Zugang zu Desinfektionsmitteln anführen. 

Fazit: Verbesserter Zugang zu Desinfektionsmitteln, etwa durch Bereitstellung alkoholischer Desinfektionstücher außerhalb  jedes Patientenzimmers, sowie visuelle Erinnerungen (z.B. Poster) in Gesundheitseinrichtungen, stellen sinnvolle Maßnahmen zur Steigerung der Compliance bei der Stethoskop-Desinfektion dar. 


Quelle: 
American Journal of Infection Control 2012, 40 (10): 922–925.