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Autor: Son C et al. Quelle: American Journal of Infection Control. 2011; 39(9):716-24

STUDIE

Son C et al.

Praxiswissen: Verbesserte Programme zur Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen

Händehygiene gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Senkung der Raten nosokomialer Infektionen. Es wird inzwischen von Krankenhäusern gefordert, dass sie ein Programm zur Sicherstellung einer hohen Händehygiene-Compliance einführen und umsetzen. Über die allgemeinen Richtlinien hinaus stehen bisher allerdings nur sehr wenige Informationen zur Verfügung, wie derartige krankenhausweite Programme erfolgreich und nachhaltig etabliert werden. Im Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York, USA, wurde ein neues Händehygiene-Programm konkret eingeführt und umgesetzt. Der Artikel beschreibt diesen neuen Ansatz für die erfolgreiche Erhöhung der Händehygiene-Compliance.


Methoden

Es wurden kleine Teams mit jeweils fünf bis maximal zehn Mitarbeitern von einer Station, einem Mitarbeiter der Qualitätssicherung und einem Hygienebeauftragten gebildet. In diesen Teams wurden unter Anwendung der „5 Momente der Händehygiene“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über einen Zeitraum von 12 Wochen in regelmäßigen Meetings Ablaufdiagramme für die häufigsten Tätigkeiten, z.B. Blutabnahme, körperliche Untersuchung und das Baden von Patienten, erstellt. In den Diagrammen wurde außer den einzelnen Schritten der jeweiligen Tätigkeit festgehalten, nach welchen Schritten eine Händedesinfektion durchzuführen ist. So zum Beispiel beim Wechsel eines Thoraxkatheter-Verbandes nach Betreten des Patientenzimmers, nach Entfernen des alten Verbandes sowie nach Anlegen des neuen Verbandes.

Im Anschluss an diese Phase wurden die Mitglieder der jeweiligen Teams geschult, die Kollegen zu beobachten: Einmal pro Quartal wurden unangekündigt direkte Beobachtungen der Händehygiene-Compliance durchgeführt, bei denen alle Stationsmitarbeiter aller Schichten an dem Tag für jeweils 15 Minuten bzw. während 5 Patientenkontakten beobachtet wurden. Die gesammelten Daten wurden ausgewertet und zum Feedback am Schwarzen Brett ausgehängt.


Ergebnis

Die Einführung des Programmes erfolgte Anfang 2008 und wurde bis Ende 2010 auf die gesamte Einrichtung ausgeweitet. Ca. 50 Teams haben mittlerweile das Projekt abgeschlossen und führen vierteljährliche Beobachtungen durch. In den Jahren 2006 bis 2008 vor Einführung des Programmes lag die Compliance-Rate in der Händehygiene durchschnittlich bei 65 %. Nach der Einführung im Jahre 2008 stieg sie auf 97 % an. Dieser hohe Wert konnte auch über die drei nachfolgenden Jahre beibehalten werden.


Fazit für die Praxis

Die Implementierung von Ablaufdiagrammen samt Feedback der Händehygiene Compliance-Raten kann Gesundheitseinrichtungen dabei helfen, die Compliance nachhaltig zu verbessern.


Quelle:
American Journal of Infection Control. 2011; 39(9):716-24

Die Originalarbeit in englischer Sprache kann hier gegen Gebühr heruntergeladen werden.


Weitere Informationen zu Händehygiene-Programmen finden Sie im Bereich CENTER.