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Autor: Gaida FJ, Werner S, Rheinbarben F. Quelle: Dialyse aktuell 2013, 17(3):133-137.

STUDIE

Gaida FJ, Werner S, Rheinbarben F.

Spendersysteme für Desinfektionswischtücher. Untersuchung zur mikrobiellen Kontamination.

Hintergrund: Wieder befüllbare Tuchspendersysteme zur Flächendesinfektion haben sich in vielen Bereichen der klinischen Praxis durchgesetzt. Werden oberflächenaktive Wirkstoffe ohne Aldehyde eingesetzt und die Spendersysteme unsachgemäß gehandhabt und nicht richtig aufbereitet, kann es zu einer massiven mikrobiellen Kontamination kommen. Besonders relevante Übertragungspunkte mit dem Risiko einer Kreuzkontamination stellen die Entnahmedeckel der Spendersysteme dar.

Methoden: An der Studie nahmen vier verschiedene medizinische Einrichtungen teil, die zusammen über 1.280 Betten verfügten. Zu den 13 untersuchten Fachabteilungen, die Spendersysteme einsetzten, gehörten u. a. Endoskopie, Dialyse, Kardiologie, Notfallambulanz, Intensivmedizin und Gastroenterologie. Insgesamt wurden 98 Spendersysteme auf eine mikrobiologische Kontamination hin untersucht. Gegenstand der Analysen waren die Oberflächen des äußeren Entnahmedeckels, die mittels Rodac-Platten überprüft wurden. Des Weiteren wurden Abstrichuntersuchungen des Entnahmedeckels innen sowie nach Entleeren vom Eimerboden vorgenommen.

Ergebnis: Nahezu jeder Entnahmedeckel erwies sich von außen als optisch verschmutzt und mikrobiell kontaminiert. Zu den nachgewiesenen Keimen gehörten vor allem aerobe Sporenbildner und Koagulase negative Staphylokokken. Bei den Untersuchungen der Entnahmedeckel innen wurde nur bei einer Einrichtung Kontaminationen gefunden – diese betrafen aber 98% der Spender. Die gleiche Einrichtung zeigte auch als einzige mikrobielle Kontaminationen des Eimerbodens, ebenfalls in hohem Maße. An beiden Stellen wurden überwiegend Achromobacter xylosoxidans nachgewiesen und damit Keime, die in der Lage sind, sich in wässrigen Lösungen zu vermehren. Darüber hinaus wurden auch andere nosokomiale Keime wie Acinetobacter und Pseudomonaden gefunden.

Fazit: Mit 98% Kontaminationen, sind die äußeren Flächen von Verschlussdeckeln ein hohes Risiko für Kreuzkontaminationen. Die Autoren merken an, dass unter den 98 Proben 2 Spender gerade aufbereitet worden waren und möglicherweise die fehlenden 2% darstellen. Im Verlauf der Untersuchungen wurde deutlich, dass die Spendersysteme in der Institution mit den höchsten Kontaminationen nicht korrekt aufbereitet wurden und lange im Gebrauch waren. Auch das Fehlen positiver Befunde an den Innenflächen der Eimerdeckel in den anderen Einrichtungen führen die Autoren nicht auf eine gute Aufbereitungspraxis zurück, sondern auf andere, in den Spendern eingesetzte Desinfektionsmittel. So fehlte es insgesamt in den Einrichtungen an einer korrekten Arbeitsanweisung zur Aufbereitung der Spendersysteme vor Wiederbefüllen.


Quelle:
Dialyse aktuell 2013, 17(3):133-137.


Ein Sonderdruck der Studie kann hier angefordert werden.