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Autor: Srigley et al. (2015) Quelle: Srigley et al. Hand hygiene monitoring technology: a systematic review of efficacy. Journal of Hospital Infection (2015) 89: 51-60

STUDIE

Srigley et al. (2015)

Technologie zum Monitoring der Händehygiene: Eine systematische Übersichtsarbeit zur Effektivität

Hintergrund: Elektronische und Video-Monitoringsysteme werden als mögliche Maßnahmen angesehen,  um die Compliance in der Händehygiene zu erhöhen. Ihre Wirksamkeit wurde allerdings bisher nicht systematisch analysiert und bewertet. Außerdem bestehen verschiedene Bedenken, z. B. hinsichtlich der Kosten, des Datenschutzes oder der Genauigkeit der Geräte. Kritisch gesehen wird auch das Tragen von zusätzlichen Geräten oder die Notwendigkeit, Arbeitsabläufe zu verändern.


Methoden: Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, die 1443 Studien identifizierte.  Sieben der 1443 Studien erfüllten die geforderten Auswahlkriterien. Es handelte sich um experimentelle und quasi-experimentelle Studien, in denen Händehygiene-Monitoring-Systeme eingesetzt wurden und die Häufigkeit von Händehygiene und/oder nosokomiale Infektionen bestimmt wurden. Die Studien wurden ausgewertet und die Studienqualität gemäß publizierter Bewertungsstandards beurteilt.

Ergebnisse: In den ausgewerteten Studien wurden unterschiedliche Händehygiene-Monitoringsysteme eingesetzt: 1. elektronische Monitoringsysteme (EMS), die Mitarbeiter beim Betreten bzw. Verlassen von Patientenzimmern an Händehygiene erinnerten ohne Feedback zur Händehygiene-Compliance zu geben. 2. EMS oder Video-Monitoringsysteme (VMS), die gesammelt Feedback gaben aber, nicht an Händehygiene erinnerten und 3. EMS, die Mitarbeiter an Händehygiene erinnerten und den Mitarbeitern individuell Feedback gaben. Je nach Studie wurden unterschiedliche Daten erhoben: die Rate nosokomialer Infektionen, die Häufigkeit der Händehygiene oder eine vom jeweiligen System definierte Compliance. Diese wurde z. B. über die Durchführung einer Händedesinfektionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums vor/nach Verlassen des Zimmers ermittelt. Keine der sieben Studien ermittelte die Compliance-Rate vor Untersuchungsbeginn. In zwei Studien, in denen EMS mit Erinnerungsfunktion eingesetzt wurden, wurde eine Erhöhung der Compliance festgestellt. Das Verzerrungsrisiko war in beiden Studien allerdings hoch. In zwei Studien mit moderatem Verzerrungsrisiko, in denen VMS eingesetzt und Feedback gegeben wurde,  kam es zu einer Verbesserung der Compliance. In einer weiteren Studie mit hohem Verzerrungsrisiko (EMS mit Feedback) hingegen waren die Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe nicht signifikant. Schließlich zeigten zwei Studien, in denen EMS mit Erinnerungsfunktion und individuellem Feedback einsetzen wurden widersprüchliche Ergebnisse. Die Häufigkeit nosokomialer Infektionen reduzierte sich in keiner Studie.

Fazit: Zusammenfassend stellen die Autoren fest, dass die analysierten Studien verschiedene methodische Schwächen aufweisen und eine geringe Studienqualität aufweisen. Die Ergebnisse aller gesichteten Studien sind nicht ausreichen, um den Einsatz von EMS/VMS zu empfehlen. Damit verlässliche Aussagen über den Nutzen und die Effizienz der Systeme getroffen werden können, müssen zuerst bessere Studiendesigns definiert werden.


Quelle:
Srigley et al. Hand hygiene monitoring technology: a systematic review of efficacy. Journal of Hospital Infection (2015) 89: 51-60