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Autor: Muzslay, M./ Moore, G./ Turton, J.F./ Wilson, A.P. Quelle: American Journal of Infection Control, 2013, 41 (1): 57–60.

STUDIE

Muzslay, M./ Moore, G./ Turton, J.F./ Wilson, A.P.

Verbreitung Antibiotika-resistenter Enterokokken innerhalb der Stationsumgebung: Die Rolle aerogen übertragener Bakterien und das Risiko durch unerkannte Träger

Hintergrund: Unter den Mikroorganismen sind Antibiotika-resistente Enterokokken eine häufige Ursache nosokomialer Bakteriämien, Harnwegs- und Wundinfektionen. Mit Enterococcus spp. kolonisierte Patienten stellen eine erhebliche Gefahr für die nicht kolonisierten Patienten im gleichen Zimmer dar. Während direkter Kontakt als wichtigster Übertragungsweg gilt, rücken auch die Patientenumgebung sowie luftgetragene Mikroorganismen (Bioaerosole) als Infektionsquelle immer stärker in den Fokus. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, wie weit sich Enterococcus spp. von isolierten und nicht isolierten Patienten aus verbreiten.

Methoden: Die Studie wurde zwischen August und September 2009 in einem Londoner Krankenhaus durchgeführt. Dabei wurden gängige mikrobiologische Methoden angewendet, um Enterokokken-Proben aus der Luft und von 62 hochfrequentierten Kontaktstellen zu sammeln. Die Entnahmepunkte lagen in sechs festgelegten Zonen, eingeteilt nach ihrer Entfernung vom Patienten: von der unmittelbaren Bett-Umgebung (<1m) bis zur weiteren Patientenumgebung und den Personal-WCs (12 m). Über einen Zeitraum von 17 Wochen hinweg wurden die Proben zweimal wöchentlich gesammelt. Die Bestimmung der Ähnlichkeit zwischen den Isolaten erfolgte durch Pulsfeldgelelektrophorese.

Ergebnis: Auf 352 der 2.046 beprobten Oberflächen (17,2 %) und in 27 von 66 Luftproben (40,9 %) befanden sich Vancomycin-empfindliche (VS) Enterokokken. Ein Gentamicin-resistenter VS Enterococcus faecium-Klon, dessen Quelle unbekannt blieb, wurde in hoher Anzahl in der Luft (> 100 KBE/m3) und auf Oberflächen in einem 4-Bett-Zimmer nachgewiesen – der gleiche Erreger geriet in eine angrenzende Isolierstation. Insgesamt waren 55 Flächen mit Vancomycin-resistenten Enterokokken kontaminiert, wobei die umfangreichsten Konzentrationen an der Schwesternrufanlage und dem WC im Patientenzimmer gemessen wurden.

Fazit: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Patienten-Mobilität einen wichtigen Faktor bei der Verbreitung von Enterokokken darstellt. Wird die Quelle einer Kolonisation nicht erfasst und erfolgt keine sachgerechte Flächendekontamination, kann dies zur Umgebungskontamination durch Antibiotika-resistente Enterokokken beitragen.


Quelle:
American Journal of Infection Control, 2013, 41 (1): 57–60.

Die Originalstudie in englischer Sprache können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.