Wir forschen für den Infektionsschutz
  • germs
  • Adenovirus
  • Aspergillus niger
  • Bovine virus diarrhea
  • Clostridium difficile
  • Candida albicans
  • Candida albicans
  • Coronavirus
  • Corynebacterium
  • Escherichia coli
  • Helicobacter pylori

Autor: Reichel M et al. (2010) Quelle: Hyg Med 2010; 35 (3): 64–69.

STUDIE

Reichel M et al. (2010)

Vergleich der Wirksamkeit von 89,5 % 1-Propanol bei kurzen Anwendungszeiten mit dem Referenzverfahren der DGHM-Methode für die Hautantiseptik

Hintergrund: Bevor Präparate zur Hautantiseptik in der klinischen Praxis eingesetzt werden dürfen, muss ein Wirksamkeitsnachweis nach dem Referenzverfahren der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) erbracht werden. Ein Hautantiseptikum gilt als ausreichend antimikrobiell wirksam auf talgdrüsenreicher Haut, wenn das Präparat bei der Reduktion der Hautflora dem 10-minütigen DGHM-Verfahren (2-Propanol 70 %) auf der Stirn nicht unterlegen ist. Gegenstand der Studie war, die Wirksamkeit eines Hautantiseptikums mit 89,5 % (v/v) 1-Propanol bei kurzen Einwirkzeiten zu untersuchen, das sich bereits in einer früheren Untersuchung dem DGHM-Referenzalkohol als überlegen erwiesen hat.

Methoden: Die In-vivo-Studie mit 20 Probanden untersuchte die Sofortwirkung auf talgdrüsenreicher Haut auf vier unterschiedlichen Hautarealen (Nacken, Stirn, Abdomen und Lumbalbereich) bei Einwirkzeiten von 4, 3, 2 und 1 Minute im Vergleich zur 10-minütigen Anwendung des Referenzalkohols. Die erhobenen log10-Reduktionen jedes Hautareals und jeder Einwirkzeit wurden mit den Werten des  Referenzverfahrens verglichen.

Ergebnisse: Auf der Stirn war das Testpräparat dem Referenzverfahren noch bei einer 1-minütigen Einwirkzeit nicht unterlegen (Log10-RF: 1,24 ± 0,77 vs. 1,51 ± 0,91). Im Bereich des Nackens erzielte es bei 3 Minuten Einwirkzeit eine Reduktion der Hautflora, die dem Referenzverfahren nicht unterlegen war (Log10-Reduktionsfaktor: 2,35 ± 0,81 vs. 1,74 ± 0,79), im Lumbalbereich und auf dem Abdomen wurden entsprechende Werte bereits in 2 Minuten erreicht. Somit erwies sich der 89,5%ige 1-Propanol auf allen vier Hautarealen erst bei einer Einwirkzeit von 3 Minuten dem DGHM-Referenzverfahren als mindestens gleichwertig und zum Teil sogar überlegen.

Fazit: Auch mit verkürzten Einwirkzeiten ist, je nach Rezeptur, eine ausreichende Wirksamkeit auf talgdrüsenreicher Haut zu erzielen, die der Wirksamkeit des aktuellen Referenzverfahrens gleichwertig ist. Die Autoren heben hervor, dass durch verkürzte Einwirkzeiten bei ausreichend antiseptischer Wirksamkeit der Patientenschutz verbessert wird und sich in der klinischen Praxis Arbeitszeit und Kosten einsparen lassen.

Quelle:
Hyg Med 2010; 35 (3): 64–69.

Die Originalstudie können Sie hier gegen Gebühr herunterladen.

Mehr zum Thema Hautantiseptik finden Sie hier.