Wir forschen für den Infektionsschutz

Welche Hygienemaßnahmen gelten bei Patienten mit multiresistenten, Gram-negativen Erregern, die eine Resistenz gegenüber drei, bzw. vier Antibiotikagruppen aufweisen?

Je nach Resistenzprofil und Bereich, z. B. Risikopatienten, sind die empfohlenen Hygienemaßnahmen unterschiedlich.


Hintergrund:
Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt beim Umgang mit Patienten mit multiresistenten Gram-negativen Stäbchen mit Resistenz gegen 3 der 4 Antibiotikagruppen (3MRGN) auf Normalstationen die Einhaltung der Basishygiene. Mit Ausnahme einiger Bakterienspezies sollen bei 3MRGNs in Risikobereichen, wie z. B. in der Neonatologie, darüber hinausgehende Hygienemaßnahmen ergriffen werden, die den entsprechenden Empfehlungen zu entnehmen sind. Bei multiresistenten Gram-negativen Stäbchen mit Resistenz gegen 4 der 4 Antibiotikagruppen (4MRGN bzw. Panresistenz) sind immer spezielle Hygienemaßnahmen zu etablieren, d.h. Basishygiene zuzüglich einer Isolierung der Patienten und ggfs. Pflege durch speziell geschultes Personal.

Für den Umgang mit Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen wurden bisher keine Empfehlungen herausgegeben. Die KRINKO rät hier zu einer eigenen Risikoabwägung, wie sie in den Empfehlungen zur Infektionsprävention in Heimen dargestellt ist. Die Maßnahmen sollten jedoch nicht über solche hinausgehen, die für MRSA-positive Bewohner gelten.

Quelle:
Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI).
Bundesgesundheitsbl 2012, 55:1311–1354