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behülltes Virus

Hantavirus
(behülltes Virus)

 

 

Behüllte Viren haben auf ihrer Oberfläche Glykoproteine, die Angriffspunkte für äußere Einflüsse bieten.

Was sind Hantaviren?

Hantaviren sind eine Familie von Viren innerhalb der Ordnung Bunyavirales und gehören der Familie der Hantaviridae an. Hantaviren sind behüllte Viren mit einer meist helikalen (schraubenförmig) Form. Da es sich bei Hantaviren um behüllte Viren handelt, ist zur Desinfektion ein Mittel mit mindestens begrenzt viruzider Wirksamkeit ausreichend.
Ihren Namen haben die Hantaviren von dem Süd-Koreanischen Fluss Hantan, in dessen Gebiet Hantaviren erstmalig in den 1970er Jahren identifiziert und beschrieben wurden. Hantaviren sind weltweit verbreitet, jedoch gibt es verschiedene Virustypen, die regional unterschiedlich auftreten. Zu den häufigsten Vertretern gehören das Hantaanvirus (HTNV), Puumalavirus (PUUV), Dobrava-Belgrad-Virus (DOBV), Sin-Nombre-Virus (SNV), Andesvirus (ANDV) und Seoulvirus (SEOV).

Im Jahr 2020 wurde in Deutschland erstmals eine autochthone Infektion mit dem Seoulvirus beobachtet. In dem konkreten Fall wurde der Vertreter der Hantaviren über eine Hausratte auf seine Halterin übertragen.

Infektionen mit Hantaviren sind in Deutschland seit 2001 meldepflichtig, ebenso besteht in vielen anderen europäischen Ländern eine Meldepflicht. Somit ist die Datenlage zur Häufigkeit der Infektionen gut. Infektionen mit Hantaviren sind an das regionale Vorkommen von Nagetierarten gebunden. Besonders viele Infektionen werden in Schweden und Finnland verzeichnet.

 

Wie werden Hantaviren auf den Menschen übertragen?

Die in Asien und Europa vorherrschenden Hantaviren werden über den Speichel, Urin oder Kot von infizierten Nagetieren auf Menschen übertragen. Dabei kann der Erreger auch mehrere Tage im getrockneten Zustand infektiös bleiben und beispielsweise über Aerosole (z. B. aufgewirbelter Staub) in die Lunge gelangen. Infektionen können auch über verletzte Haut (Kontakt mit infektiösem Material) oder durch Bisse entstehen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Jede Spezies der Hantaviren hat einen eigenen bevorzugten Wirt. So ist beispielsweise in Mitteleuropa die Rötelmaus der bevorzugte Wirt des Virustypen Puumalavirus. Das Puulmalavirus wurde erstmals in der finnischen Stadt Puulmala beschrieben und erhielt somit seinen Namen.

 

Welche Krankheitsbilder können Hantaviren auslösen?

Infektionen mit Hantaviren verlaufen meist symptomlos oder mit unspezifischen Symptomen. Die Ausprägung der Symptome hängt davon ab, welcher Vertreter der Hantaviren die Erkrankung auslöst, denn Hantaviren können verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen. Eine schwerwiegende Infektion mit Hantaviren kann Endothelzellschädigungen auslösen, die mit Gerinnungsstörungen in den Lungen und Nieren einhergehen können.

Die in Europa vorherrschenden Hantaviren lösen eine Erkrankung der Nieren aus, die als Nephropathia Epidemica bezeichnet wird. Bei schweren Verläufen spricht man vom hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom (HFRS).

Zu den plötzlich auftretenden Symptomen des HFRS gehören unter anderem:

  • Starke Kopfschmerzen
  • Rücken- und Bauchschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Unscharfes Sehen

Im weiteren Verlauf der Erkrankung können weitere Symptome auftreten:

  • Niedriger Blutdruck
  • Akute Belastungsstörung
  • Gefäßpermeabilität
  • Akutes Nierenversagen

In Nord- und Südamerika auftretende Hantaviren können das sogenannt Hantavirus-induzierte (kardio-) pulmonale-Syndrom (HCPS) auslösen. Die Symptome beim HCPS treten abrupt auf und sind zunächst recht unspezifisch:

  • Hohes Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelgefühl
  • Muskelschmerzen
  • Bauchschmerzen

Vier bis zehn Tagen nach dem Beginn der ersten Symptome können weitere Beschwerden auftreten wie etwa Husten und Kurzatmigkeit. Die Sterblichkeitsrate liegt bei bis zu 40 Prozent.

Eine Therapie gegen Hantaviren gibt es nicht. Daher können nur Symptome gelindert werden. Der Heilungsprozess nimmt mehrere Wochen in Anspruch.

 

Wie kann ich mich vor einer Infektion mit Hantaviren schützen?

Um sich vor einer Infektion mit Hantaviren zu schützen, helfen folgende Maßnahmen:

  • Händewaschen nach Aufenthalt im Freien, auf dem Dachboden, im Keller
  • Lebensmittel sicher und fest verschlossen aufbewahren
  • Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren vermeiden
  • Bei der Reinigung von nagetierbefallenen Flächen und Räumen mit Staubentwicklung wird das Tragen einer FFP-Atemschutzmaske empfohlen


Quellen:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Hantaviren.html
https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/hantaviren.html#c826
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Merkblatt_PDF.pdf?__blob=publicationFile


» Erforderliches Wirkungsspektrum

Begrenzt viruzid