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Abstract: App-timierter Patientenschutz: chronisch krank aber bestmöglich versorgt

43 % der Frauen und 38 % der Männer in Deutschland sind von einer chronischen Erkrankung betroffen – Tendenz steigend. Parallel wachsen auch die Anforderungen an das deutsche Gesundheitssystem, denn das Therapie-Regime erfordert eine engmaschige ärztliche Betreuung. So nimmt beispielsweise auch die Zahl der chronisch nierenkranken Patienten zu. Die Deutsche Stiftung für Organtransplantationen (DSO) meldet: Mehr als 2.000 Nieren wurden 2016 an Patienten mit einem endgültigen Nierenversagen transplantiert. Rund 80.000 Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz werden in Deutschland mit Hämo- oder Peritonealdialyse therapiert. Zusätzlich werden etwa 23.000 erfolgreich nierentransplantierte Personen weiter medizinisch betreut. Die Versorgung dieser Patientengruppen ist komplex und ausgesprochen kostenintensiv. Allein die nachlassende Therapietreue verursacht eine jährliche Belastung von rund 75 Mrd. Euro – durch Krankenhausaufenthalte und Arbeitsausfall.

Wichtige Faktoren für einen langfristigen Therapieerfolg sind Therapieadhärenz, die Arzt-Patienten- Kommunikation und die kontinuierliche Dokumentation des Gesundheitszustands. Ansatzpunkte, bei denen eHealth-Tools heute schon eine unterstützende Funktion einnehmen können. Jede zweite Gesundheits-App richtet sich an chronisch kranke Patienten und unterstützt beispielsweise bei der Medikamenteneinnahme. Das Projekt von Prof. Dr. Klemens Budde, Charité Universitätsmedizin Berlin, geht noch einen Schritt weiter: Medical Allround-Care Service Solutions (MACSS) soll als interaktive Plattform die Patientensicherheit und Lebensqualität von nierentransplantierten Patienten verbessern.

Unter anderem dient die Plattform als zentrale Sammelstelle für Untersuchungsergebnisse, Patiententagebuch, Vitaldaten sowie Therapie- und Medikationspläne – und darüber hinaus als Kommunikationsmittel für eine vernetzte Patientenversorgung. Fachärzte und ambulant behandelnde Kollegen können über MACSS medizinische Daten austauschen und Behandlungspläne leichter anpassen. Vom Patienten eingegebene Vitaldaten werden direkt an die Charité übermittelt. Bei Auffälligkeiten, die auf Komplikationen hindeuten könnten, wird der Patient umgehend zum Besuch des Facharztes aufgefordert. So hilft das System, gefährliche Infektionen, wie z. B. Sepsen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auf dem Smartphone des Patienten fungiert MACSS als persönlicher Therapie-Assistent: MACSS erinnert an Medikamente und Termine, visualisiert den Therapieerfolg, warnt vor möglichen Wechselwirkungen und unterstützt damit bei einer langfristigen Therapieadhärenz.


Quelle
„App-timierter Patientenschutz: chronisch krank aber bestmöglich versorgt“ Vortrag gehalten von Prof. Dr. Klemens Budde, Leitender Oberarzt, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Hypertensiologe DHL, Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Mittags-Symposium: Digitale Infektionsprävention: Mit eHealth Patienten besser schützen, Berlin, 12. Oktober 2017, veranstaltet vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, wissenschaftliches Kompetenzzentrum der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim.