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Abstract: Schulen, beobachten, kommunizieren: eHealth in der Infektionsprävention

Nosokomiale Infektionen (NI), von denen ein Großteil vermeidbar ist, sind ein globales Problem und stellen eine enorme Herausforderung für das Hygienemanagement in Krankenhäusern dar. In Europa beträgt die durchschnittliche Prävalenz von NI in Akutkrankenhäusern 7,1 %. In Deutschland liegt die Gesamtprävalenz der NI bei 5,1 %. Experten gehen davon aus, dass 90 % der Erreger nosokomialer Infektionen über die Hände übertragen werden. Die Händedesinfektion ist daher die wichtigste Einzelmaßnahme zur Infektionsprävention. Durch eine Verbesserung der Compliance mit der  Händedesinfektion lässt sich die Rate der NI um bis zu 40 % senken. Durchschnittlich beträgt die Umsetzung der Händehygiene in den erforderlichen Momenten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ca. 30 %. In Deutschland liegt die durchschnittliche Compliance-Rate bei etwa 50 %, mit hoher Variationsbreite.

Die Barrieren, die einem Befolgen der Händehygieneregeln entgegenstehen, sind vielfältig. Nach heutigem Kenntnisstand bieten multimodale Händehygiene-Programme, die auf vielen verschiedenen Ebenen ansetzen, die größte Chance, die Händehygiene-Compliance nachhaltig zu steigern. Wesentliche Elemente von multimodalen Programmen sind Systemänderung, Aus- und Weiterbildung, Evaluation/Monitoring und Feedback, Erinnerungen am Arbeitsplatz und eine institutionelle Sicherheitskultur.

Der zunehmenden Anforderung einer Digitalisierung im Gesundheitswesen müssen sich auch Programme zur Verbesserung des Infektionsschutzes stellen. Für die Aus- und Weiterbildung sowie für Evaluation/Monitoring und Feedback hat das daher BODE SCIENCE CENTER digitale Applikationen entwickelt.

E-Learning Kurse können einer aktuellen Studie zufolge, den Lerneffekt bei Trainings zum Infektionsschutz nachhaltig erhöhen: Teilnehmer schnitten bei einem Test zur Vermeidung nosokomialer Infektionen um 24 % besser ab. Der erreichte Lerneffekt blieb nach drei Monaten ohne erneutes Training mit einem Plus von 18 % weitgehend erhalten. Diese Erkenntnisse decken sich mit Untersuchungen des BODE SCIENCE CENTER zu seinem E-Learning-Tool. Befragungen unter den E-Learning-Nutzern zeigten, dass 93 % der Befragten die Inhalte des 5 Momente-E-Learning-Tools erfolgreich in die Praxis umsetzen konnten. 83 % berichten, dass sie den richtigen Moment für eine Händedesinfektion erkennen.

Auch die eHealth-Applikation zur Beobachtung des Händehygieneverhaltens (Evaluation/Monitoring und Feedback) des BODE SCIENCE CENTER wurde in der Praxis bereits erfolgreich eingesetzt, wie eine Studie aus Spanien zeigt. Dort ersetzte die digitale Anwendung „Observe“ im Rahmen eines  multimodalen Programmes die händische Beobachtung und Auswertung des Händehygieneverhaltens. Im Rahmen dieses Programmes kam es unter Einsatz des digitalen Beobachtungs-Tools zu einer Steigerung der Händehygiene-Compliance um 32 %. Die umfassenden digitalen Auswertungsszenarien ermöglichten u. a. ein realistisches Bild des Händehygiene-Status. Die Analysen wurden in der Diskussion mit der Krankenhausdirektion dazu genutzt, auf Versorgungslücken in der Händehygienepolitik hinzuweisen. Damit trägt die Qualität der digitalen Beobachtung und Auswertung des Händehygieneverhaltens auch dazu bei, die institutionelle Sicherheitskultur zu verbessern – eine der Kernanforderungen der WHO.


Quelle:
„Schulen, beobachten, kommunizieren: eHealth in der Infektionsprävention“ Vortrag gehalten von Dr. Heide Niesalla, Head of BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, Mittags-Symposium: Digitale Infektionsprävention: Mit eHealth Patienten besser schützen, Berlin, 12. Oktober 2017, veranstaltet vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, wissenschaftliches Kompetenzzentrum der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim.