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Abstract: Voll erfasst: Wie digitale Daten Mitarbeiter für Hygiene motivieren

Drei Kliniken – 14 Kompetenzzentren – im Jahr 2016 insgesamt 34.082 stationäre und annähernd 65.000 ambulante Patienten: Der Medizin Campus Bodensee GmbH steht für die Vernetzung von medizinischer Kompetenz, bei der die Qualität der Patientenversorgung einen zentralen Stellenwert einnimmt. Die Klinikhygiene spielt dabei eine wesentliche Rolle und ist daher als Stabsstelle der Geschäftsleitung in die Krankenhausorganisation eingegliedert. Höchste Hygienestandards im Klinik- Komplex sollen unter anderem durch Surveillance-Maßnahmen gewährleistet werden: Die Teilnahme an der Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus (GeQik), dem Landesverfahren zur Qualitätssicherung MRE, der „Aktion Saubere Hände“ (ASH) und der Implementierung mehrerer Module des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System des Nationalen Referenzzentrums (NRZ KISS) konnte Brigitte Rüstau, Hygienefachkraft und fachliche Leiterin des Hygieneteams, bereits erfolgreich etablieren.

Die kontinuierliche Erfassung und Auswertung von Hygienedaten, wie es die Weltgesundheitsorganisation beispielsweise für die Beobachtung der Händehygiene-Compliance empfiehlt, ist bereits ein etabliertes Element der Qualitätssicherung im Bereich Klinikhygiene. Im Gegensatz zur Messung des Desinfektionsmittel-Verbrauchs ermöglicht es die Compliance- Beobachtung, die Händehygiene nach qualitativen Maßstäben zu beurteilen. So können die Hygiene- Experten prüfen, ob die Händedesinfektion korrekt und im richtigen Moment durchgeführt wird und damit, ob ein hoher Desinfektions-Mittelverbrauch auch mit einer effektiven Händehygiene einhergeht. Um diesen wichtigen Bestandteil weiter zu optimieren, führte das Hygieneteam unter der fachlichen Leitung von Brigitte Rüstau, 2017 im Rahmen eines Pilotprojektes die Observe eHealth-Software ein. Die Observe eHealth-Software zur digitalen Erfassung der Händehygiene- Compliance stellt eine professionelle und zeitgemäße Alternative zur herkömmlichen,  papierbasierten Beobachtungs-Methode dar.

Entwickelt wurde das Tool zum Compliance-Monitoring vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg. Es ermöglicht eine mobile und unkomplizierte Erfassung der Compliance. Durch die neue Verknüpfung des Systems mit dem Surveillance Modul HAND-KISS des NRZ bietet Observe eine vollumfassende Betrachtung der Händehygiene in der Einrichtung: Quantitativ durch die Erfassung des Händedesinfektionsmittelverbrauchs sowie qualitativ durch die Indikationsspezifische Auswertung der Händehygiene-Compliance. Die Auswertung erfolgt automatisch per Tastendruck – die zeitaufwändige Übertragung von Daten in Excel-Dateien entfällt vollständig. Das Resultat: Eine hohe Datenqualität, die ein übersichtliches Bild der Compliance auf Station darstellt – ohne Zufallsbefunde. Die professionelle Darstellung überzeugt – sowohl in der Hygienekommission, als auch in der Chefarztrunde. Denn: Die punktgenaue Auswertung der hohen Datenmengen, basierend auf den „5 Momenten der Händehygiene“, ermöglicht es außerdem, Compliance-Hürden aufzudecken und gezielt anzupacken.

Bereits nach wenigen Monaten konnte das Hygieneteam im Rahmen des Pilotprojektes erste Erfolge verzeichnen, da durch die erhöhte Anzahl der Beobachtungen und die detaillierte Auswertung bereits erste Compliance-Hürden aufgedeckt wurden. So zeigten die Observationen auf einer Station geringe Compliance-Werte für die Händedesinfektion nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung. Die Mitarbeiter hatten das Berühren des Nachtschranks und des Patientenbettes als ungefährlich eingestuft, obwohl nach dem Kontakt mit der direkten Patientenumgebung eine Händedesinfektion indiziert ist. Auch unnötige Händedesinfektionen, beispielsweise auf dem Flur, nach dem Verlassen des Patientenzimmers konnten aufgezeichnet werden.


Quelle
„Voll erfasst: Wie digitale Daten Mitarbeiter für Hygiene motivieren“ Vortrag gehalten von Brigitte Rüstau, Hygienefachkraft, Medizin Campus Bodensee GmbH, Mittags-Symposium: Digitale Infektionsprävention: Mit eHealth Patienten besser schützen, Berlin, 12. Oktober 2017, veranstaltet vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, wissenschaftliches Kompetenzzentrum der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim.