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Abstract: Ohne Führung geht‘s nicht: Die Rolle der Leitungsebene bei der Durchsetzung einer guten Hygiene-Compliance.

So genannte „Hygieneskandale“ nehmen im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu. Dem Versagen einiger Krankenhäuser, einen ausreichenden Schutz ihrer Patienten vor Infektionen sicherzustellen, stehen klare gesetzliche Regelungen und Verordnungen gegenüber.

Betreiber von Kliniken sind verpflichtet, die in Infektionsschutzgesetz, Hygieneverordnungen und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts festgelegten Maßnahmen umzusetzen und übernehmen hierfür die Verantwortung.  Der Gesetzgeber hat die Hygienesicherheit eindeutig in die Verantwortung der Unternehmensführung gegeben und auch aus der Managementforschung ist bekannt, dass der Führungsebene eine Schlüsselrolle bei der Durchsetzung von Maßnahmen zukommt.

Mit seiner besonderen Hygiene-Organisation und Führungsphilosophie nimmt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Hygienemanagement eine Vorbildrolle ein. Die Krankenhaushygiene ist hierarchisch direkt dem Vorstand zugeordnet. Als Stabsstelle verfügt sie über eigenes Budget und Personal. Die Hygienekommission ist mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet und agiert auf Basis einer klaren Geschäftsordnung.

Um die Hygiene im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auch auf den Zwischenebenen und an der Basis zu verankern, verfügt jedes der 11 klinischen Zentren über eine eigene dezentrale Hygienekommission. Mit einem Hygienementoren-Modell für den Pflegedienst stellt das Krankenhaus zudem sicher, dass auf jeder Station Mitarbeiter vorhanden sind, die sich intensiv mit Hygiene befassen.

Flankiert wird das Organisationsmodell von einem besonderen Führungsverständnis in der Hygiene.  So übernehmen Führungskräfte bewusst eine Vorbildrolle im Hygieneverhalten. Die Etablierung einer offenen Fehlerkultur ohne Hierarchien und die regelmäßige Kontrolle auf Einhaltung der gemeinsam beschlossenen Hygieneziele sind weitere Säulen des Hygienemanagements.

Die im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf etablierten Strukturen führen zu einer Kontinuität in der Hygienesicherheit. Mit der Interventionsstudie des BODE SCIENCE CENTER wurde zudem ein Modell im Klinikum etabliert, das ärztliche und pflegerische Tätigkeiten optimieren hilft. Die Verbesserung weiterer Prozesse von ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten, die einen Einfluss auf die Entstehung nosokomialer Infektionen haben, wurde im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bereits eingesteuert.

Diese Prozessoptimierung zusammen mit der Organisationsstruktur und der Führungskultur bewirken, dass – anders als bei sporadischen Schulungen oder Aktionen – die Bedeutung der Infektionsprävention nachhaltig im Bewusstsein aller am Patienten tätigen Mitarbeitern bleibt.


Quelle
Vortrag gehalten von Joachim Prölß, Universitätsklinikum Direktor für Patienten- und Pflegemanagement und Mitglied des Vorstands des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Mittags-Symposium: Einfache Prozesse – verbesserte Hygiene. Neue Forschungsergebnisse zum Patientenschutz im Klinikalltag., Berlin, 19. September 2013, veranstaltet vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, wissenschaftliches Kompetenzzentrum der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim.