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Studie: Optimierte Arbeitsabläufe spielen eine Schlüsselrolle bei der Patientensicherheit

Einfach in den nächsten  Gang schalten – ganz ohne Nachdenken. So automatisiert wie das Autofahren wünschen sich Hygieneexperten auch die Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen bei ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten – insbesondere bei der Händehygiene. Immerhin gelten zwischen 20 und 30 Prozent aller nosokomialen Infektionen als vermeidbar, wenn Mitarbeiter die Hygieneempfehlungen umsetzen würden.

Dem Ziel, Hygiene intuitiver und einfacher zu gestalten, ist das BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, mit seiner Interventionsstudie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf jetzt einen deutlichen Schritt näher gekommen.

Das von März 2012 bis März 2013 durchgeführte Forschungsprojekt ging von der Hypothese aus, dass Pflegeprozesse in der klinischen Praxis noch nicht ausreichend alle infektionskritischen Teilschritte berücksichtigen und dass die Abläufe zudem optimiert werden müssten, um vom Personal einfacher und sicherer umgesetzt werden zu können.

Am Beispiel des Legens eines peripheren Venenkatheters (PVK) entwickelte das BODE SCIENCE CENTER gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf einen aus Sicht des Patientenschutzes und der Nachvollziehbarkeit für das Personal optimalen Arbeitsablauf. 

Dabei wurden erstmals alle infektionskritischen Teilschritte berücksichtigt, d. h. alle Momente, in denen es zu einer Erregerübertragung mit Infektionsfolge kommen könnte. Die Interventionsstudie verfolgt damit einen neuen Ansatz: Die Händedesinfektion wird nicht mehr isoliert betrachtet, sondern zusammen mit allen weiteren im Prozess als Infektionsrisiko definierten Teilschritte.

Die auf Basis wissenschaftlich gut belegter Empfehlungen entwickelten Einzelschritte wurden in eine ideale Reihenfolge gebracht und während einer Interventionsphase geschult. Die abschließende Beobachtung zeigte eine signifikante Verbesserung der Compliance sowohl in der Händedesinfektion mit 45 Prozent als auch bei der Einhaltung der optimalen Reihenfolge einzelner Teilschritte.

Die Interventionsstudie zeigt, dass die Berücksichtigung infektionskritischer Schritte und deren Integration in klare, verständliche Arbeitsabfolgen zu einer signifikanten Verbesserung im Hygieneverhalten der Mitarbeiter führen. Die Rate nosokomialer Infektionen wie z. B. durch PVK ausgelöste schwerwiegende Sepsen kann dadurch weiter reduziert werden.


Weitreichende positive Auswirkungen auf die Patientensicherheit

Über 70 Prozent aller Patienten im Krankenhaus erhalten im Laufe ihrer Behandlung einen peripheren Venenkatheter.  Hygienemängel können lebensbedrohende Konsequenzen wie zum Beispiel eine Sepsis nach sich ziehen. Eine höhere Compliance hat somit einen positiven Einfluss auf den Patientenschutz in vielen Bereichen der medizinischen Versorgung.

Die Vorgehensweise der Interventionsstudie des BODE SCIENCE CENTER steht Modell für weitere Tätigkeiten, die ein Risiko für die Entwicklung nosokomialer Infektionen darstellen. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nutzt die Ergebnisse der Studie, um weitere Soll-Prozesse für ärztliche und pflegerische Tätigkeiten zu entwickeln und zu etablieren. Andere Einrichtungen könnten folgen.

Das in der Intervention eingesetzte E-Learning-Programm zum Legen eines PVK und weitere E-Learning-Programme zu ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten können auf der Webseite des BODE SCIENCE CENTER www.bode-science-center.de absolviert werden. Die Anwendungen wurden mit Fortbildungspunkten der Ärztekammer Hamburg und der „Registrierung beruflich Pflegender“ zertifiziert.


Quelle
Mittags-Symposium: Einfache Prozesse – verbesserte Hygiene. Neue Forschungsergebnisse zum Patientenschutz im Klinikalltag., Berlin, 19. September 2013, veranstaltet vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, wissenschaftliches Kompetenzzentrum der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim.