Wir forschen für den Infektionsschutz

Kontakt

Experten-Hotline 
zu Fragen rund um 
Hygiene und Desinfektion
Tel.: +49 (40)-54 00 6 -111
Fax: +49 (40)-54 00 6 - 777
E-Mail: contact[at]bode-science-center.com

Telefonisch erreichen Sie uns:
Mo. - Do. 8:00 bis 16:30 Uhr
Freitag    8:00 bis 15:00 Uhr

Für Anrufer aus Österreich:
Tel.: 02236 646 3070

Patientennahe Flächen desinfizieren für besseren Infektionsschutz

Die meisten nosokomialen Infektionserreger können auf unbelebten Flächen monatelang überleben. Gerade in unmittelbarer Patientenumgebung, wo es häufig zu Hand- und Hautkontakt kommt, kann Infektionsgefahr bestehen. Daher bildet die Desinfektion patientennaher Flächen einen zentralen Baustein für den Infektionsschutz. Eine aktuelle Übersichtsarbeit [1] zeigt auf, was dabei zu beachten ist.  


Keimbelastung auf patientennahen Flächen

Patientennahe Flächen, wie z. B. Nachttische, Bettgestelle oder Infusionsständer, sind ein wichtiges Reservoir nosokomialer Erreger. So lassen sich in der unmittelbaren Patientenumgebung häufig typische Krankenhauskeime wie Clostridium difficile, MRSA, VRE oder Acinetobacter baumannii nachweisen. Auch in der Umgebung von nicht infizierten Patienten finden sich kontaminierte Flächen. Die Erreger stammen z. B. von vorherigen infizierten bzw. kolonisierten Patienten oder von unbekannten Trägern wie medizinischem Personal oder Besuchern.


Flächendesinfektion zur Infektionsprävention

Von den kontaminierten Flächen können die Keime auf die Hände oder Haut der Mitarbeiter übertragen werden. Mit einer wirkungsvollen Desinfektion patientennaher Flächen kann die Neuerkrankungsrate signifikant gesenkt werden.

Worauf Sie bei der Desinfektion patientennaher Flächen achten sollten:

  • Desinfizieren Sie patientennahe Flächen routinemäßig.
  • Wirksamkeit: Setzen Sie ein Flächendesinfektionsmittel ein, dessen Wirkstoff auf das Gefahrenpotenzial abgestimmt ist (bakterizid/viruzid).
  • Benetzung: Stellen Sie eine vollständige Benetzung der zu desinfizierenden Fläche mit dem Flächendesinfektionsmittel sicher.
  • Vliestuch-Material: Setzen Sie Tuchfasern ohne Adsorptionsverhalten ein.
  • Bei Verwendung von Tuchspendersystemen: Bereiten Sie Tuchspendersysteme zur Flächendesinfektion sachgerecht auf, um eine Re-Kontamination bei Neubefüllung zu vermeiden.
  • Desinfizieren Sie mobile elektronische Geräte wie z. B. Smartphones mit einem wirksamen, niedrigalkoholischen Flächendesinfektionsmittel. Achten Sie dabei auf die Herstellerangaben zur Materialverträglichkeit.

Wiederbenutzung desinfizierter Flächen

Bei allen routinemäßigen Flächendesinfektionen kann die behandelte Fläche bereits nach sichtbarer Auftrocknung des Desinfektionsmittels wieder benutzt werden. Ausnahme: Warten Sie die Einwirkzeit vor Wiederbenutzung der Fläche ab, wenn spezielle Erreger wie z. B. C. difficile bzw. multiresistente Bakterien auftreten.


Quelle:
1. Kampf G (2013) Flächendesinfektion. Krankenhaushygiene up2date 2013; 8: 273-288.


Die Überblicksarbeit zur Flächendesinfektion mit weiteren Praxis-Tipps lesen Sie hier.

Beispiele für Risikoflächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt:

  • Patientennahe Flächen: Infusionsständer, Nassbereiche, Monitore, medizinische Geräte, Arbeitsflächen für aseptische Tätigkeiten, Bettgestelle, Nachttische, Tabletts, Patientenliegen.
  • Patientenferne Flächen: Ablagen, Türgriffe, Lichtschalter, Handläufe, Bedienelemente von Getränkeautomaten.
Patientennahe Flächen