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Was sind Antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankungen (AAD)?

Unter Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen versteht man durch die Gabe von Antibiotika hervorgerufene Diarrhö. Die Durchfallbeschwerden treten während oder bis zu acht Wochen nach Verabreichung des Antibiotikums auf und lassen sich auf diese Ursache zurückführen. In der Diagnostik können also andere Gründe für die Diarrhö ausgeschlossen werden.

 

Wie kommt es zu Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen?

Bei der Gabe von unspezifischen Antibiotika kann es dazu kommen, dass nicht nur die infektiösen Erreger inaktiviert werden, sondern auch natürlich in der Darmflora vorkommende Bakterien dezimiert werden. Werden diese Bakterien reduziert, fehlen auch ihre Stoffwechselprodukte, die unter anderem für eine gesunde Darmschleimhaut sorgen. Es kommt zu einer verminderten Resorption von Elektrolyten und Wasser: Osmotische Durchfälle sind die Folge. Durch fehlende Konkurrenz können sich auch andere Bakterien stärker verbreiten, deren bakterielle Toxine eine Entzündung des Darmtrakts hervorrufen können.
Das Bakterium Clostridium difficile ruft etwa ein Viertel aller Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen hervor. C. difficile kommt bei etwa fünf Prozent der Erwachsenen im Darm vor, in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern ist der Anteil jedoch deutlich höher. Infektionen mit C. difficile zählen zu einer der häufigsten nosokomialen Infektionen.

Weitere Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Pilze wie Candida albicans gelten ebenfalls als Verursacher von AAD.

 

Wie laufen Antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankungen ab?

Die Symptome einer AAD können bereits wenige Stunden nach Einnahme des Antibiotikums eintreten. Neben Durchfall kommt es häufig auch zu krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Die Symptome können jedoch auch mehrere Wochen nach Beginn der Antibiotikatherapie auftreten. Nach Beendigung der Antibiotikatherapie normalisiert sich die Darmflora in der Regel von allein.

In den meisten Fällen sind Antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankungen harmlos, durch den Verlust von Flüssigkeit und Salzen kann die Erkrankung allerdings in seltenen Fällen lebensbedrohlich werden. Vor allem hospitalisierte und immungeschwächte Patienten haben ein erhöhtes Risiko an einer durch C. difficile verursachten AAD zu erkranken. Dabei kann es zu einer weiteren Komplikation kommen, die als pseudomembranöse Kolitis bezeichnet wird.
Sie entsteht, wenn die Darmflora durch die Zufuhr von Antibiotika so stark geschädigt wird, dass sich C. difficile ungehindert vermehren kann und Toxine bildet, die eine Entzündung des Dickdarms auslösen können.



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