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Clostridioides difficile
REM-Aufnahme von Clostridioides difficile-Bakterien

Was ist Clostridioides difficile?

Clostridioides difficile ist ein anaerobes, sporenbildendes, Gram-positives Stäbchen-Bakterium. Bis August 2016 war das Bakterium unter dem Namen Clostridium difficile bekannt. Clostridioides difficile kommt im Darmtrakt von Menschen und Tieren vor, ist aber auch im Boden oder in Gewässern zu finden.
Bei bis zu 80 Prozent der Kleinkinder kann C. difficile im Darm nachgewiesen werden. Bei Erwachsenen sind es nur etwa fünf Prozent. Während einer stationären Behandlung im Krankenhaus steigt der Anteil der kolonisierten Patient/innen auf 20 bis 40 Prozent. Die meisten Infektionen verlaufen jedoch asymptomatisch.
Unter ungünstigen Lebensbedingungen kann C. difficile widerstandsfähige Dauerformen (Sporen) bilden. Darum wird zur Desinfektion ein Mittel benötigt, das eine sporizide Wirkung hat. Alkoholische Hände-Desinfektionsmittel reduzieren nur die vegetativen Zellen von C. difficile. Zur Beseitigung der Sporen wird eine Händewaschung mit einfacher Seife empfohlen.


Welches Krankheitsbild kann Clostridioides difficile hervorrufen?

C. difficile kann unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen. Pathogene C. difficile Bakterien produzieren Toxine, die zu einer Entzündung des Darms führen können. Neben schweren Durchfallerkrankungen (z. B. antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankung) gehören dazu auch die pseudomembranöse Kolitis oder Darmverschluss. Eine Infektion mit C. difficile kann schwerwiegende Folgen haben, da es zum Beispiel zu einer Sepsis kommen kann.

Eine Erkrankung mit C. difficile geht mit starkem Durchfall mit charakteristischem Geruch einher. Außerdem treten hohes Fieber und starke Bauchschmerzen bei den Betroffenen auf.

Häufige Ursache für eine Infektion mit C. difficile ist eine Antibiotikatherapie. Bei der Gabe von Breitbandantibiotika kann es dazu kommen, dass das Gleichgewicht der Darmflora gestört wird und die vorkommenden C. difficile Bakterien aufgrund fehlender Konkurrenz den Darm überwuchern. Die Symptome treten zwei bis zehn Tage nach Beginn der Antibiotikabehandlung auf.

C. difficile gelten als einer der relevantesten Erreger von nosokomialen Erkrankungen.


Wie wird Clostridioides difficile übertragen?

Die Übertragung von C. difficile erfolgt als fäkal-orale Schmierinfektion. Hauptsächlich findet die Übertragung durch direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen oder Oberflächen statt.
Um den direkten Kontakt zwischen infizierten und nicht infizierten Personen zu unterbinden, werden betroffene Patient/innen von anderen Personen isoliert.
Insbesondere die schnelle Umsetzung der Hygienemaßnahmen der Pflegekräfte im Krankenhaus ist entscheidend, um Infektionen mit C. difficile zu vermeiden.
Da die Übertragung der Bakterien auch über den Kontakt zu Oberflächen erfolgen kann, sollten (patientennahe) Flächen und Gegenstände mit Desinfektionsmitteln mit sporizider Wirkung behandelt werden.