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Ebola

Was ist Ebola?

Bei Ebola (auch: Ebolafieber) handelt es sich um eine lebensbedrohliche virale hämorrhagische Fiebererkrankung. Ebola-Ausbrüche wurden erstmalig 1976 beschrieben und sind bislang ausschließlich in afrikanischen Ländern südlich der Sahara aufgetreten1,2. Allerdings wurden Einzelfälle dokumentiert, in denen Infizierte in andere Länder reisten, dort erkrankten und teils sogar andere Personen ansteckten. Zu einer Epidemie kam es außerhalb Afrikas jedoch nie. Die Gefahr, dass Ebola nach Deutschland eingetragen wird und sich hier verbreitet, wird vom Robert Koch-Institut (RKI) als sehr gering angesehen1.

Von der Ebola-Epidemie 2014/2015, bei der sich über 28.000 Menschen infizierten und mehr als 11.000 verstarben, waren die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia am stärksten betroffen. Neu war bei diesem Ausbruch, dass er erstmalig nicht nur kleinere, vor allem ländliche Regionen betraf, sondern fast alle Provinzen der Länder sowie große Städte. Die Epidemie in Westafrika erreichte im Herbst 2014 ihren Höhepunkt und ebbte im Verlauf des Jahres 2015 ab, weshalb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sie im Frühjahr 2016 für beendet erklärte3. Da der Erreger von Ebola offenbar eine Zeitlang im Menschen persistieren kann3, lassen sich kleinere Ausbrüche, wie sie auch in den Folgejahren nach der großen Epidemie 2014/2015 dokumentiert wurden, nicht mit Sicherheit verhindern. Aktuell (Stand: März 2021) geben Ausbrüche in Guinea und der Demokratischen Republik Kongo Anlass zur Sorge. Überraschend ist beim Ausbruch in Guinea, dass dieser möglicherweise auf Überlebende der Epidemie 2014/2015 zurückzuführen ist4,5. Damit Genesene dennoch nicht weiter stigmatisiert werden, ist eine gute Aufklärung unabdingbar.

 

Welcher Erreger löst Ebola aus?

Ebola wird durch eine Infektion mit Viren der Gattung Ebolavirus (Familie: Filoviridae) hervorgerufen, die sich in fünf Spezies einteilen lässt, von denen vier humanpathogen sind1. Das Virus wird hauptsächlich durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Stuhl, Urin, Erbrochenem, Speichel, Schweiß oder Samenflüssigkeit von Mensch zu Mensch übertragen. Es wird momentan ausgeschlossen, dass sich das Virus auch über Aerosole durch die Luft verbreiten kann. Allerdings können die Viren eine gewisse Zeit auf kontaminierten Gegenständen wie Nadeln, Operationsbesteck, Kleidung oder Bettwäsche überleben und so weiter übertragen werden. Auch der Kontakt mit infizierten Tieren oder infektiösen Tierprodukten kann zu einer Übertragung des Virus führen1,6. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass Infizierte erst mit dem Auftreten von Symptomen ansteckend werden, und zwar umso mehr, je stärker die Symptome ausgeprägt sind1. In seltenen Fällen kann das Virus auch in Überlebenden einer Ebola-Infektion persistieren und so, z. B. über die Samenflüssigkeit bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, selbst nach längerer Zeit wieder in Zirkulation gebracht werden3,6.
Als Wildtierreservoir für Ebolaviren dienen vermutlich Flughunde oder Fledermäuse1.

 

Wer erkrankt an Ebola?

An Ebola erkranken vor allem Personen, die nicht gegen die Erkrankung geimpft sind und die direkten Kontakt mit Erkrankten oder Verstorbenen bzw. deren Körperflüssigkeiten hatten. Aufgrund der Übertragungswege sind daher besonders häufig Menschen betroffen, die ohne ausreichenden Schutz Erkrankte pflegen (z. B. medizinisches Personal oder pflegende Angehörige), Verstorbenen nahe kommen (z. B. Bestattungspersonal) oder mit infektiösem Material arbeiten (z. B. Laborpersonal). Da das Virus sein natürliches Reservoir in Wildtieren hat, können sich auch Personen anstecken, die in Kontakt mit infizierten Tieren oder infektiösen Tierprodukten kommen1,6.

Inwiefern Überlebende nach einer durchgemachten Infektion immun sind, ist bisher nicht ausreichend geklärt. Es wird momentan davon ausgegangen, dass ein gewisser Schutz gegen eine neuerliche Infektion mit derselben Spezies des Ebolavirus für einige Jahre bestehen bleibt1.


Welche Symptome treten bei Ebola auf?

Ebola-Infizierte entwickeln üblicherweise nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen (im Mittel 6 bis 10 Tage) die ersten Symptome, die zunächst mild sind und denen eines grippalen Infekts entsprechen. Dazu gehören neben Fieber und Gliederschmerzen auch allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit sowie Kopf- und Halsschmerzen. Später stellen sich meist Durchfall, Erbrechen und Hautausschlag ein; eine zunehmende Organbeteiligung kann zu Leber- oder Nierenkomplikationen führen. Manche Erkrankte zeigen außerdem eine erhöhte Blutungsneigung (z. B. aus Schleimhäuten und Körperöffnungen), die für den Begriff „hämorrhagisches Fieber“ eigentlich namensgebend ist, jedoch seltener auftritt als ursprünglich angenommen1,2,6.

Mit 25-90 % ist die Sterblichkeit bei Ebola recht hoch, im Durchschnitt stirbt etwa jede zweite erkrankte Person. Als tödlichster Stamm wird das sogenannte Zaire Ebolavirus angesehen2,6.

Da das Virus bei Genesenen in verschiedenen Organsystemen, z. B. dem Nervensystem, persistieren kann, können Langzeitfolgen einer Erkrankung auftreten, die damit in Zusammenhang stehen1,6.

 

Wie wird Ebola behandelt?

Ebola wird in den meisten Fällen in erster Linie symptomatisch behandelt, d. h. die Erkrankten werden vor allem mittels Flüssigkeitszufuhr gegen die zunehmende Dehydrierung behandelt. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsansätze, die derzeit untersucht werden, und seit 2020 auch zwei von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassene Antikörpermedikamente gegen Infektionen mit Zaire Ebolavirus1,6.

 

Wie kann man Ebola verhindern?

Seit 2020 steht ein gut wirksamer Impfstoff gegen Zaire Ebolavirus zur Verfügung, der bereits mehreren hunderttausenden Personen in gefährdeten Regionen verabreicht wurde. Dieser kann auch noch frühzeitig nach einer Exposition gegeben werden, weshalb sogenannte Ringimpfungen von Kontaktpersonen einer infizierten Person sinnvoll sind, um die weitere Ausbreitung zu verhindern1,6.
Ein zweiter Impfstoff setzt auf eine zweistufige Verabreichung im Abstand von mehreren Wochen und steht ebenfalls seit Kurzem zur Verfügung. Aufgrund des Verabreichungsintervalls eignet sich dieser jedoch nicht zur kurzfristigen Bekämpfung, sondern nur zur langfristigen Eindämmung oder Verhinderung von Ausbrüchen1,6.

Selbstverständlich spielen neben Impfungen auch nichtpharmakologische Maßnahmen weiterhin eine große Rolle bei der Bekämpfung der Epidemie. Betroffene Länder (und Nachbarländer) müssen schnell reagieren und auf ihre Erfahrungen aus vergangenen Epidemien zurückgreifen. Dazu gehören unter anderem die Überwachung und Rückverfolgung von Kontakten, eine gute Labordiagnostik, sichere Bestattungen sowie gemeinschaftliches Engagement der Bevölkerung durch Sensibilisierung für Risiken und Schutzmaßnahmen6.


Quellen:

  1. Robert Koch-Institut (2020) Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ebolafieber. (aufgerufen am 01.04.2021).
  2. Patel PR and Schah S (2021) Ebola Virus. StatPearls.
  3. Robert Koch-Institut (2016) Informationen zum Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika 2014/2015.  (aufgerufen am 01.04.2021).
  4. Robert Koch-Institut (2021) Informationen zu aktuellen Ebolafieber-Ausbrüchen in Guinea und in der Demokratischen Republik Kongo. (aufgerufen am 01.04.2021)
  5. Ärztezeitung (2021) WHO besorgt wegen Ebola-Ausbrüchen. (aufgerufen am 01.04.2021).
  6. World Health Organization (2021) Fact Sheet Ebola virus disease. (aufgerufen am 01.04.2021).


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