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Empfehlungen der AWMF-S1-Leitlinie zu Händedesinfektion und Händehygiene

In ihrer Leitlinie zur Händedesinfektion und Händehygiene gibt der Arbeitskreis „Krankenhaus- & Praxishygiene“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) eine fachliche Empfehlung zur Händehygiene auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Lesen Sie hier wichtige Aspekte der neuen S1-Leitlinie [1].


Die Grundlage:

Die alkoholische Händedesinfektion ist im Vergleich zum Händewaschen hautfreundlicher und zugleich wirksamer. So ist die Reduktion der Keimzahl beim Desinfizieren der Hände wesentlich höher als beim Händewaschen mit Wasser und Tensidseife. Zudem werden beim Waschen die Hautfette aus der obersten Hautschicht gelöst und weggespült. Bei der alkoholischen Händedesinfektion lösen sich die Lipide zwar ebenfalls, verbleiben aber auf der Haut. Der AWMF empfiehlt ferner, solche Produkte zu verwenden, die rückfettende Substanzen enthalten. So wird einer aktuellen Studie zufolge die Hautfeuchtigkeit durch die regelmäßige Anwendung von Sterillium classic pure* nach einer Woche sogar um 30 Prozent erhöht [2].

Die Technik: Die eigenverantwortliche Einreibemethode

Geht es um die Benetzung der Hände mit Desinfektionsmittel, so haben die in der Prüfnorm DIN EN 1500 vorgesehenen sechs Einzelschritte keinerlei Vorteile gegenüber einer geübten, selbst gewählten Einreibetechnik. Grundsätzlich wichtig ist, dass ausreichend Desinfektionsmittel verwendet wird und dieses besonders auf Fingerspitzen, Nagelfalz und Daumen sorgfältig eingerieben wird.

Die eigenverantwortliche Einreibemethode erzielt jedoch deutlich bessere Benetzungsergebnisse als das Verfahren in sechs Schritten. Lesen Sie hier die entsprechende Studie.

Die Indikationen: Die 5 Momente

Die hygienische Händedesinfektion ist gemäß den 5 Momenten der WHO durchzuführen:

  • vor Übertragungsmöglichkeiten von Infektionen auf den Patienten durch die Hände des Personals
  • nach möglicher Kontamination der Hände

Das gilt unabhängig davon, ob Einmalhandschuhe getragen werden oder nicht. Um die Haut zu schonen, kann es sinnvoll sein, die Hände auch nach der Patientenwaschung, vor Essenszubereitung und -verteilung sowie nach dem Naseputzen zu desinfizieren anstatt zu waschen.

5 Momente für Patienten

Um die Verbreitung von Krankheitserregern zu senken, ist es gemäß AWMF sinnvoll, auch die Patienten in die Händehygienemaßnamen einzubinden. Dazu können die 5 Momente auf die Patientensituation wie folgt übertragen werden:

  • bei Betreten des Patientenzimmers
  • bei Verlassen des Patientenzimmers
  • vor dem Essen
  • nach dem Toilettenbesuch
  • vor und nach dem Berühren eigener Wunden, Schleimhäute oder Devices

Der persönliche Schutz: medizinische Einmalhandschuhe

Nach dem Ablegen von medizinischen Einmalhandschuhen soll ebenfalls eine Händedesinfektion durchgeführt werden. Denn aufgrund der Perforationsgefahr bieten Handschuhe keinen 100%igen Schutz vor Kontaminationen. Ferner kann es bei unsachgemäßem Ablegen der Einmalhandschuhe zur Keimübertragung auf die Hände kommen.

Lesen Sie hier mehr zur Kontamination der Haut und Kleidung von Gesundheitspersonal beim Ablegen von Handschuhen und Schutzkitteln.

Quellen:
[1] Empfehlung des Arbeitskreises Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF. Händedesinfektion und Händehygiene – AWMF-Register Nr. 029/027, S1-Leitlinie. In: HygMed 2015; 40 - 9 Seite 369ff
[2] RCTS‘ Study No. 3295. 2014. Evaluating the effect of a hand sanitiser using an exaggerated handwash method.

* Pflichttext
Sterillium classic pure: Wirkstoffe: Propan-2-ol, Propan-1-ol, Mecetroniumetilsulfat. Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: Wirkstoffe: Propan-2-ol 45,0 g, Propan-1-ol 30,0 g, Mecetroniumetilsulfat 0,2 g. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85 %, Tetradecan-1-ol, Gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion. Zur Hautdesinfektion vor Injektionen und Punktionen. Gegenanzeigen: Für die Desinfektion von Schleimhäuten nicht geeignet. Nicht in unmittelbarer Nähe der Augen oder offener Wunden anwenden. Überempfindlichkeit (Allergie) gegen einen der Wirkstoffe oder der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Gelegentlich kann eine leichte Trockenheit oder Reizung der Haut auftreten. In solchen Fällen wird empfohlen, die allgemeine Hautpflege zu intensivieren. Allergische Reaktionen sind selten. Warnhinweise: Die Händedesinfektion dient der gezielten Vermeidung einer Infektionsübertragung z. B. in der Krankenpflege. Sterillium classic pure soll nicht bei Neu- und Frühgeborenen angewendet werden. Die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern soll erst nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Ein Kontakt der Lösung mit den Augen muss vermieden werden. Wenn die Augen mit der Lösung in Berührung gekommen sind, sind sie bei geöffnetem Lidspalt mehrere Minuten mit fließendem Wasser zu spülen. Ein Umfüllen von einem Behältnis in ein anderes soll vermieden werden um eine Kontamination der Lösung zu vermeiden. Wenn Umfüllen unvermeidbar ist, darf es nur unter aseptischen Bedingungen (z. B. Benutzung von sterilen Behältnissen unter Laminar Air Flow) erfolgen. Erst nach Auftrocknung elektrische Geräte benutzen. Nicht in Kontakt mit offenen Flammen bringen. Auch nicht in der Nähe von Zündquellen verwenden. Flammpunkt 23 °C, entzündlich. Bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Präparates ist mit Brand- und Explosionsgefahren nicht zu rechnen. Nach Verschütten des Desinfektionsmittels sind folgende Maßnahmen zu treffen: sofortiges Aufnehmen der Flüssigkeit, Verdünnen mit viel Wasser, Lüften des Raumes sowie das Beseitigen von Zündquellen. Nicht rauchen. Im Brandfall mit Wasser, Löschpulver, Schaum oder CO2 löschen. BODE Chemie GmbH | Melanchthonstraße 27 | 22525 Hamburg