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Händedesinfektion bei Viren: Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“

Desinfektionsmittel, die eine Wirksamkeit gegenüber Viren aufweisen, werden in Deutschland seit der Veröffentlichung der Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI 2004 in zwei Kategorien unterteilt: „begrenzt viruzide“ Desinfektionsmittel für die Inaktivierung behüllter Viren sowie „viruzide“ Desinfektionsmittel zur Anwendung zusätzlich bei unbehüllten Viren (1).
2017 führte der Arbeitskreis in einer Stellungnahme ein weiteres Wirkungsspektrum für die Händehygiene ein: „begrenzt viruzid PLUS“. Zusätzlich zu allen behüllten Viren inaktivieren Händedesinfektionsmittel mit dieser Auslobung auch die unbehüllten Adeno-, Rota- und Noroviren, welche besonders häufig für Ausbrüche verantwortlich sind (2).


Nachweis und Auslobung

Um als „begrenzt viruzid PLUS“ ausgelobt zu werden, muss die Wirksamkeit eines Händedesinfektionsmittels nachgewiesen werden. Es werden die DVV/RKI-Prüfmethoden empfohlen. Hierbei handelt es sich um quantitative Suspensionsversuche, praxisnahe Prüfmethoden sind für Händedesinfektionsmittel noch nicht verfügbar.
Die auf europäischer Ebene erarbeiteten Normen stellen nach Ansicht des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI demnach lediglich Mindestanforderungen dar. Falls Produkte ausschließlich nach europäischen Normen getestet wurden, sollten bestimmte Bedingungen berücksichtig worden sein (z. B. insgesamt zwei unabhängige Tests mit Ermittlung des mittleren Konfidenzintervalls in den vorgegebenen Grenzen (2).
Als Prüfviren für das Wirkungsspektrum begrenzt viruzid PLUS werden in den quantitativen Suspensionsversuchen das Adenovirus und das murine Norovirus (MNV) verwendet.


„Begrenzt viruzid PLUS“ – Vereinfachung im klinischen Alltag

Adeno-, Rota- und Noroviren sorgen besonders häufig für saisonale Ausbrüche. Bislang galt die Empfehlung, im Ausbruchsfall strikt auf Präparate mit viruzider Wirksamkeit umzusteigen (1). Mit dem zusätzlichen Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“ entfällt diese Notwendigkeit. Für die hygienische Händedesinfektion kann demnach ganzjährig dasselbe Desinfektionsmittel eingesetzt werden. Bei hartnäckigen Ausbruchsgeschehen sollte jedoch ggf. auf ein viruzid wirksames Mittel umgestellt werden, empfiehlt das RKI auf Anfrage des BODE SCIENCE CENTERs.

Sterillium® med und Sterillium® Virugard erfüllen die Kriterien für die Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“ gemäß den Richtlinien von DVV/RKI.

Quellen
1) Mielke M. et al. Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz  2004 · 47:62–66.
2) Schwebke I et al. Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren zur Anwendung im human-medizinischen Bereich. Bundesgesundheitsbl 2017, 60:1189-1220.