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Infektionsrisiken durch künstliche Fingernägel im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen kommt es häufig zu Auseinandersetzungen darüber, ob künstliche oder lackierte Fingernägel ein Hygienerisiko darstellen. Verschiedene Studien bestätigen, dass von künstlichen Fingernägeln ein Infektionsrisiko für Patienten ausgeht.

Dies kann unter anderem an zwei verschiedenen Fallstudien belegt werden.

  • Der Ausbruch von P. aeruginosa auf einer Intensivstation für Neugeborene, konnte zwei Krankenschwestern mit langen und in einem Fall mit künstlichen Fingernägeln zugeordnet werden [1]
  • Auf einer Dialysestation konnte der Ausbruch von Serratia marcescens auf die künstlichen Fingernägel der Pflegekraft zurückgeführt werden [2].

Das Infektionsrisiko ist dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge darauf zurückzuführen, dass unvollständig dichte Ränder und kleine (Feuchtigkeits-) Kammern unter den künstlichen Nägeln die Kolonisation mit Erregern begünstigen und daher eine Infektionsquelle darstellen [3].
Auch lackierte Fingernägel können auf Grund von Rissen im Lack oder einer unvollständigen Reinigung der Risikostellen wie z.B. unter den Nägeln Nischen für Erreger bilden. Lackierte Fingernägel können außerdem die Wirkung der Händedesinfektion beeinträchtigen.


Fazit für die Praxis

In der Patienten-/Bewohnerversorgung sollte zum Schutz vor Infektionen grundsätzlich auf künstliche oder lackierte Fingernägel verzichtet werden.
Mitarbeiter, die diesen Empfehlungen zuwider handeln, stellen für Gesundheitseinrichtungen auch ein Haftungsrisiko dar. So handelt es sich bei diesem Hygienemangel um ein voll beherrschbares Risiko.

1. Robert Koch-Institut: Künstliche Fingernägel im Gesundheitsdienst, http://www.rki.de, Stand 11.10.2007.
2. CDC: Guidelines for Hand Hygiene in Health-Care Settings. Recommendations of the Healthcare Infection Control Practices Advisory Committee and the HICPAC/SHEAAPICIDSA Hand Hygiene Task Force, Octobre 25, 2002 / 51(RR16); 1–44.
3. Gordin F et al. (2007) Infection Control and Hospital Epidiomology 28: 743–744.
4. Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI), Bundesgesundheitsbl 2016, 59:1189-1220



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