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Interview
Best Practice: Erfolgreiche Etablierung von Händehygiene-Programmen

Multimodale Händehygiene-Programme gehören zum Best Practice wenn es um die Verbesserung des Händehygieneverhaltens der Mitarbeiter geht. Die praktische Umsetzung stellt Kliniken jedoch vor große Herausforderungen. Eva Redon, spanische Hygienefachkraft am Krankenhaus in Mollet del Vallès, berichtet von der erfolgreichen Etablierung  eines – IMPULSA genannten –Interventionsprogrammes, ein Pilotprogramm des neuen Evolutionskonzepts zur Händehygiene von HARTMANN.


Der Erfolg von Händehygiene-Programmen hängt wesentlich von der Zustimmung der Klinikleitung ab. Wie haben Sie das erreicht?

Eva Redon: Zunächst einmal waren wir selbst von dem IMPULSA-Programm, das uns unser Ansprechpartner von HARTMANN vorstellte, sofort überzeugt. Wir haben dann einen Antrag formuliert, der u. a. beinhaltete, welche Schritte von Seiten der Klinik für die Umsetzung erforderlich sind, welche Maßnahmen durchgeführt werden und welche Anforderungen sich daraus für das Pflegemanagement ergeben. Diesen Antrag haben wir der Klinikleitung übergeben, sie hat wie wir nur Vorteile gesehen und sofort zugestimmt.


Alkoholische Hände-Desinfektionsmittel sind laut WHO der Goldstandard in der Händehygiene. Wie hat Sie das Interventionsprogramm bei der Einführung unterstützt?

Eva Redon: Die Spender-Checklisten schaffen die erforderliche Infrastruktur für eine gute Händehygiene. So kann in der gesamten Klinik sichergestellt werden, dass Hände-Desinfektionsmittel dort zur Verfügung stehen wo sie gebraucht werden: In jenen Situationen, in denen es zu einer Infektionsübertragung kommen kann und diese durch eine  Händedesinfektion nach den 5 Momenten der WHO vermieden werden können, also am Point of Care wie z. B. am Patientenbett. Das allein reicht aber nicht. Das Wichtigste war für uns, erst einmal Überzeugungsarbeit zu leisten und darüber aufzuklären, dass alkoholische Produkte effektiver und hautverträglicher als das Händewaschen sind und wirklich dazu beitragen, Infektionen zu senken. Dabei helfen die bereit gestellten Schulungen enorm.


Worin sehen Sie die Hauptvorteile des Interventionsprogrammes?

Eva Redon: Das IMPULSA-Programm bietet alle Instrumente, die erforderlich sind, um die von der WHO empfohlene multimodale Strategie in die Praxis umzusetzen. Wir profitieren sehr von dem umfassenden Schulungs- und Trainingsservice, also den E-Learnings, den Trainingsgeräten zur Einübung der Einreibemethode, den Checklisten usw.

Ein herausragender Service ist die Observe App mit der wir digital das Händehygieneverhalten der Mitarbeiter beobachten, auswerten und rückmelden können - und das in Echtzeit.


Regelmäßige Beobachtung und Rückmeldung spielen eine Schlüsselrolle für die Erhöhung der Compliance. Wie haben Sie das vor Einführung des Händehygieneprogrammes umgesetzt?

Eva Redon: Bis zum Jahr 2014 erfassten wir das Händehygieneverhalten auf Basis des schriftlichen WHO-Fragebogens. Das war sehr zeit- und ressourcenintensiv und wir konnten nicht so viele Beobachtungen durchführen, wie sie eigentlich erforderlich gewesen wären, um eine gute Datenbasis zu haben. Hinzu kam, dass wir mehr Stunden mit der Dateneingabe, Auswertung und Erstellung von Grafiken verbrachten, als mit der tatsächlichen Beobachtung. Wir hatten eine Phase der Stagnation, die Compliance-Raten traten auf der Stelle oder wurden sogar rückläufig. Wir brauchten einen neuen Ansatz.


Was änderte sich mit der Einführung der Observe App?

Eva Redon: Die digitale Anwendung änderte unsere Beobachtungen grundlegend. Wir konnten viel häufiger und ohne großen Aufwand Monitorings durchführen und sofort Feedback geben. Die hohe Anzahl der Beobachtungen, verbunden mit unmittelbarer Rückmeldung, hat die Identifizierung der Mitarbeiter mit dem richtigen Händehygieneverhalten nachhaltig beeinflusst. Die hohe Anzahl  unserer Beobachtungen führte darüber hinaus dazu, dass wir auch andere Schwachstellen der Händehygiene aufdecken und durch Training überwinden konnten, zum Beispiel die falsche Verwendung von Handschuhen, Ursachen von Dermatitis der Haut durch unnötige Kombinationen von Seife, Wasser und alkoholischen Lösungen, eine falsche Einreibetechnik usw.


Welche Verbesserungen konnten Sie mit dem Händehygiene-Programm erzielen?

Eva Redon: Mit dem Interventionsprogramm konnten wir aktiv einen systematischen Wandel in der Händehygiene erreichen. Die Schulungen, Erinnerungshilfen und die kontinuierliche Beobachtung führte dazu, dass die Mitarbeiter die Zusammenhänge zwischen ihrem Verhalten und dem Auftreten von Infektionen  sowie die Vorteile des regelgerechten Verhaltens  erkennen konnten. Wir haben die Compliance-Rate in unserer Klinik erhöht und ich bin sicher, dass wir mehr als eine Infektion verhindert haben.


Mehr zum Händehygiene-Evolutionskonzept von HARTMANN und wie Kliniken daran teilnehmen können lesen Sie hier.

Lesen Sie hier mehr zu multimodalen Händehygiene-Programmen zur Compliance-Förderung.

Studienabstracts zu multimodalen Programmen finden Sie hier.