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Sicherheit in Patientenhand: Patienten Empowerment bei der Händehygiene

Viele Patienten wünschen sich, von ihren Ärzten besser involviert und aktiv in Therapieentscheidungen eingebunden zu werden. Ein Wunsch, dem viele Ärzte mit einer sogenannten partizipativen Entscheidungsfindung (auch: Shared Decision Making) nachkommen. Entscheidungen über die medizinische Behandlung treffen Arzt und Patient gemeinsam als gleichberechtigte Partner. Voraussetzung dafür ist ein grundlegendes Verständnis über die eigene Gesundheit: Der „mündige Patient“ ist heute durch Google, Medizinforen und Co. kompetenter denn je. Doch um Ängsten und Fehlinformationen vorzugreifen, ist ein gezieltes Patienten Empowerment im medizinischen Bereich sinnvoll – indem Ärzte, Gesundheitsorganisationen und medizinische Einrichtungen ausgewählte und fundierte Informationen für ihre Patienten bereitstellen, fördern sie deren Gesundheitskompetenz und ermöglichen eine aufgeklärte Entscheidung.

Gezielte Informationen können Ängste abbauen

Der Mehrwert des Patienten Empowerments beschränkt sich nicht auf Entscheidungen zu Therapie und Behandlung: Auch bei der Händehygiene ist das aktive Patienten Empowerment eine sinnvolle Ergänzung für den Patientenschutz und die Infektionsprävention. Denn: Die Händehygiene ist zweifelsohne eine der wichtigsten Maßnahme zur Prävention nosokomialer Infektionen, doch richten sich Aufklärungskampagnen, Schulungen und Trainings bislang hauptsächlich an Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Auch bei Patienten erregen die Themen Prävention und Schutz vor Infektionen immer mehr Aufmerksamkeit. Umfragen zufolge sorgen sich zwei von drei Deutschen bei einem Krankenhausaufenthalt vor der Ansteckung mit multiresistenten Keimen [1]. Patienten hier gezielt in das Thema Händehygiene einzubeziehen, kann ihnen dabei helfen, Infektionsrisiken im Krankenhaus realistischer einzuschätzen und irrationale Ängste vor multiresistenten Keimen abzubauen. Ein wirksames Patienten Empowerment zur Händehygiene informiert Patienten aber auch darüber, welche Rolle sie selbst bei der Infektionsprävention spielen können – und ermuntert damit, aktiv zu werden.


Patienten sind sich der Rolle der eigenen Händehygiene kaum bewusst

Dass sich auch Patienten aktiv in die Händehygiene einbringen können und so sich und andere vor Infektionen schützen können, ist vielen noch nicht ausreichend bewusst. Das belegen auch wissenschaftliche Beobachtungen [2]: Während 85 % der Patienten angeben, zu Hause nach dem Toilettengang die Hände zu desinfizieren oder zu waschen, trifft das im Krankenhaus nur noch auf rund 70 % der Befragten zu. Diese Tendenz zeigt sich sogar noch deutlicher bei der Angabe zu Händehygienemaßnahmen vor dem Essen: Zu Hause geben rund 65 % an, die Hände vor dem Essen zu waschen oder zu desinfizieren – im Krankenhaus sinkt dieser Anteil auf etwa 41 %.
Gezielte und auf Patienten abgestimmte Informationen können hier helfen, das Bewusstsein für die eigene Händehygiene im Krankenhaus zu fördern und insbesondere zu einer Händedesinfektion in bestimmten Momenten zu animieren.


Patienten brauchen aktive Bestärkung bei der Händehygiene

Um mehr über die Händehygiene zu erfahren, wünschen sich Patienten vor allem eine direkte Bestärkung durch Mitarbeiter (80,8 %) und visuelle Erinnerungen, z. B. in Form von Postern (73,4 %) [2]. Im direkten Gespräch mit Patienten und Besuchern ist es im Sinne des Patienten Empowerments wichtig, Ängste abzubauen und zur Eigeninitiative zu animieren. Beispielsweise hilft es Patienten zu wissen, dass Bakterien nicht etwa im Krankenhaus entstehen, sondern vielmehr ganz natürlich in der Umwelt vorkommen und sogar einen wichtigen Bestandteil der eigenen Darm- und Hautflora darstellen. Der gezielte Hinweis, die im Krankenhaus angebrachten Desinfektionsmittelspender nutzen zu dürfen baut außerdem eventuelle Hemmschwellen ab und kann so das Händehygieneverhalten von Patienten und Besuchern fördern.


Händehygiene speziell für Patienten: Das richtige Timing

Wann Patienten und Besucher die Hände desinfizieren sollten, basiert auf Empfehlungen von WHO und Robert Koch-Institut [3,4]:

  • Beim Betreten oder Verlassen des Patientenzimmers
  • Nach der Benutzung der Toilette bzw. der Bettpfanne
  • Vor dem Essen, Trinken und der Einnahme von Medikamenten
  • Vor und nach Kontakt mit der eigenen Wunde, Schleimhäuten oder venösen Zugängen
  • Nach dem Kontakt mit häufig berührten Oberflächen im Krankenhaus (z.B. Türklinken, Handläufe)

 

Gezieltes Patienten Empowerment mit dem Evolutionskonzept von HARTMANN

Das Patienten Empowerment ist ein wirkungsvoller Bestandteil eines ganzheitlichen Konzepts für den Infektionsschutz: Dieses Potenzial hat HARTMANN erkannt und mit seinem BODE SCIENCE CENTER eine Erweiterung des erfolgreichen Evolutionskonzepts der Händehygiene entwickelt. Das neue Modul des multimodalen Händehygiene-Programms enthält informative Inhalte, die Mitarbeitende dabei unterstützen mit Patienten und Besuchern ins Gespräch zu kommen: Mit erklärenden Filmen, motivierenden Postern und einer Broschüre können Patienten und Besucher sachlich und verständlich über die wichtigsten Fakten der Händehygiene aufgeklärt werden, ohne Berührungsängste im Krankenhaus auszulösen.

Hier erhalten Sie mehr Informationen zum Evolutionskonzept und dem ersten Teil des neuen Patient Empowerment Moduls

Quellen:
1. Repräsentative Umfrage des Krankenhauskonzerns Asklepios unter 1.000 Bundesbürgern anlässlich des ersten internationalen Tages der Patientensicherheit am 17. September 2015: https://www.shz.de/regionales/hamburg/umfrage-klinik-patienten-fuerchten-vor-allem-multiresistente-keime-id10720341.html

2. Barker, A. et al. Patient’s Hand Hygiene at Home Predicts Their Hand Hygiene Practices in the Hospital. Infect Control Hosp Epidemiol, 2014, 35(5):585-588.
3. WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care: First Global Patient Safety Challenge Clean Care Is Safer Care. Geneva: World Health Organization; 2009. 2, Patient empowerment and health care.
4. Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens – Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsbl, 2016, 59:1189–1220.

Infografik: eHealth: Patientenschutz goes digital

eHealth: Patientenschutz goes digital

Mehr zur Unterstützung im Patientenschutz via eHealth erfahren Sie in der untenstehenden Infografik zum digitalen Patientenschutz sowie im Beitrag „Krankenhaus App to date – digitale Lösungen für die Patientensicherheit“.

Infografik: eHealth: Patientenschutz goes digital [PDF-Dokument]

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