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Vergiftungsgefahr im Haushalt: alkoholbasierte Hände-Desinfektionsmittel für Kinder unzugänglich aufbewahren

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie finden sich Hände-Desinfektionsmittel nicht mehr hauptsächlich in Gesundheitseinrichtungen, sondern auch in einer Vielzahl von Privathaushalten. Viele Menschen führen nun Hände-Desinfektionsmittel in der Handtasche mit sich oder lassen es sogar im Stauraum des Kinderwagens liegen. Das ist zwar einerseits praktisch, weil es sofort griffbereit ist, andererseits aber auch gefährlich, weil es so für Kinder leicht zugänglich ist.

 

Pandemie erhöht Anrufe bei Giftnotrufzentralen

Tatsächlich gehen seit mehreren Monaten vermehrt Anrufe von Eltern und Betreuungspersonen beim Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) und anderen Giftnotrufzentralen ein, in denen es um mögliche Vergiftungen von Kindern durch das Trinken von Hände-Desinfektionsmitteln geht. Gerade Kleinkinder wollen häufig alles ausprobieren und in den Mund nehmen und haben noch kein Verständnis für Gefahren.

 

Was tun beim Verdacht, dass das Kind alkoholbasiertes Hände-Desinfektionsmittel zu sich genommen hat?

Glücklicherweise gehen die meisten Fälle, in denen Kinder alkoholbasierte Hände-Desinfektionsmittel zu sich nehmen, gut aus. Die Kinder nehmen oft nur einen kleinen Schluck zum Probieren und stellen fest, dass ihnen der Hauptinhaltsstoff Alkohol nicht schmeckt. Das GIZ-Nord gibt beim Verdacht der Aufnahme von Hände-Desinfektionsmittel folgende Hinweise: Hat das Kind nur einen kleinen Schluck genommen und zeigt keinerlei Symptome, genügt es normalerweise, dem Kind etwas Flüssigkeit zu geben und es genau auf eventuelle Auffälligkeiten zu beobachten. Um einer alkoholbedingten Unterzuckerung (Hypoglykämie) entgegenzuwirken, kann auch etwas Saftschorle oder Brot verabreicht werden. Hat das Kind mehr als einen kleinen Schluck getrunken, sollte eine Kinderklinik aufgesucht werden. Wenn das Kind gar Symptome wie Erbrechen, Schwindel oder Blässe aufweist, sollte es auf jeden Fall sofort ärztlich bzw. notärztlich vorgestellt werden.

Auch Dr. Herman Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), warnt eindringlich vor Alkoholvergiftungen bei Kindern durch Hände-Desinfektionsmittel. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, weil ihre Leber weniger Glykogen speichern kann und sie dadurch leichter unterzuckern. Im schlimmsten Fall kann dies zu Krämpfen, zum Koma oder sogar zum Tod führen.

 

Hände-Desinfektionsmittel und andere Gefahrenquellen so verwahren, dass sie nicht in Kinderhände gelangen

Es liegt also in der Verantwortung der Eltern und Aufsichtspersonen, Kinder zu schützen, indem alkoholbasierte Hände-Desinfektionsmittel für sie unzugänglich aufbewahrt werden – sei es durch Wegschließen, Verwahrung in Hochschränken oder andere geeignete Maßnahmen. Das gilt übrigens ebenso für Medikamente, Putz- und Waschmittel, Zimmerpflanzen, Batterien und ähnliches, zu denen das GIZ-Nord in der Zeit der pandemiebedingten Kita- und Schulschließungen aufgrund der häuslichen Betreuungssituation ebenfalls verstärkt Anfragen verzeichnete.