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Internationaler Tag der Händehygiene 2018: Sepsis mit Händehygiene gezielt vorbeugen

Die Sepsis gilt als schwerste Verlaufsform akuter Infektionen. Die Erkrankung, die umgangssprachlich auch als Blutvergiftung bezeichnet wird, kann zu lebensbedrohlichen Störungen der Vitalfunktionen und zu multiplem Organversagen führen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die Sepsis die häufigste Todesursache infolge einer Infektion [1]. Weltweit erkranken jährlich 31 Millionen Menschen an einer Sepsis. Davon endet für 6 Millionen der Betroffenen die Erkrankung tödlich [2].

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt diese brisante Situation zum Anlass, sich aktiv für die Prävention von Sepsen einzusetzen. Deswegen hat die WHO den Internationalen Tag der Händehygiene am 5. Mai 2018 unter das Motto „It’s in your hands – prevent sepsis in health care“ gestellt. Damit kommt die WHO auch der Forderung der World Health Assembly* (WHA) nach, die in ihrer Resolution vom 26. Mai 2017, die Sepsis als vorrangig zu bekämpfendes Gesundheitsproblem eingestuft hat. Darin erklärt die WHA die Prävention, Diagnose und Behandlung der Sepsis zur obersten Priorität [2].


WHO: Aufruf zur Teilnahme am Welthändehygienetag

Mit ihrem Motto zum Welthändehygienetag 2018 rückt die WHO die Händehygiene als wichtige Präventionsmaßnahme gezielt in den Blickpunkt. Denn die konsequente Händehygiene ist entscheidend, um das Risiko für nosokomiale Infektionen und den daraus resultierenden Sepsen zu reduzieren. Wird die Händehygiene jedoch vernachlässigt, kann bereits eine leichte Verletzung oder ein scheinbar kleiner Eingriff eine Sepsis verursachen.


Häufige Ursache der Sepsis: Bakterielle Infektionen

Auch das RKI weist darauf hin, dass sich eine Sepsis grundsätzlich aus jedem Infektionsfokus entwickeln kann, besonders oft jedoch aus Lungen-, Bauchraum- und Harnwegsinfektionen [3]. Häufige Auslöser sind dabei Bakterien wie Staphylococcus aureus und Escherichia coli, gefolgt von Pilzen und Viren [3]. Zusätzlich erschwert wird die Behandlung von Sepsen durch die steigende Zahl antibiotikaresistenter Erreger.

Mit der Händedesinfektion im richtigen Moment lassen sich diese Erreger jedoch zuverlässig inaktivieren und damit Infektionen vorbeugen. Diese Tatsache ist den Mitarbeitern in Krankenhäusern zwar bekannt, dennoch wird die Händedesinfektion vielfach nur unzureichend ausgeführt. Nach Angaben der WHO liegt die durchschnittliche Händehygiene-Compliance weltweit bei nur 38,7 % [4].

Hautverträgliche Händedesinfektion und optimierte Arbeitsabläufe

Diese Zahl zeigt deutlich: Die Förderung der Compliance ist dringend erforderlich. Zwei erfolgsversprechende Ansätze zur Verbesserung der Compliance sind der Einsatz hautverträglicher Hände-Desinfektionsmittel sowie die Etablierung optimierter Arbeitsabläufe in Krankenhäusern und Kliniken. So werden gut verträgliche Einreibepräparate mit hautpflegenden Substanzen von Mitarbeitern zuverlässiger eingesetzt und damit die Compliance erhöht. Mit optimierten Arbeitsabläufen, bei denen die erforderlichen Hygienemaßnahmen anhand konkreter Pflegetätigkeiten gelernt werden, gewinnen Mitarbeiter mehr Sicherheit und Routine. Das belegt auch eine Studie: Demnach konnte durch einen standardisierten Prozess beim Legen eines peripheren Venenkatheters (PVK) die Händehygiene-Compliance von 11,6 % auf 57,9 % gesteigert werden [5]. Das Risiko, eine nosokomiale Infektion und damit eine Sepsis zu erleiden, wird damit deutlich reduziert.

* Weltgesundheitsversammlung

 

Quellen:
1. https://www.rki.de Letzter Zugriff am 15.11.2019
2. https://www.global-sepsis-alliance.org Letzter Zugriff am 15.11.2019
3. Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin, 14. September 2017 /Nr. 37.
4. World Health Organization. WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care: a Summary, 2009.
5. Kampf G et al. (2013). Improving patient safety during insertion of peripheral venous catheters: an observational intervention study. GMS Hyg Infect Control 2013 6;8(2)