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Hygienemaßnahmen bei Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist eine akute und hoch ansteckende Infektion der oberen Atemwege. Die bakterielle Infektion wird durch Bordetella pertussis ausgelöst.

An Keuchhusten erkranken sowohl Kinder als auch Erwachsene, doch liegt die Pertussis-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen deutlich höher. Dennoch sind zwei Drittel der betroffenen Personen Erwachsene.


Ansteckung und Symptome

Keuchhusten ist hoch ansteckend und wird per Tröpfcheninfektion übertragen: Erkrankte Personen können in einem Radius von etwa einem Meter durch Husten, Niesen oder beim Sprechen größere Tröpfchen absondern. Die Inkubationszeit beträgt 9 bis 10 Tage. Die Symptome der Infektion können mehrere Wochen bis Monate andauern. Säuglinge haben zudem ein hohes Risiko für ernste Komplikationen, wie Apnoen oder Pneumonien durch Suprainfektionen mit anderen bakteriellen Erregern.


Maßnahmen zum Infektionsschutz

  • Impfung: Es ist ein Impfstoff verfügbar.
  • Isolation: An Keuchhusten erkrankte Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, sollten bis fünf Tage nach Beginn der Antibiose isoliert werden, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.
  • Händehygiene: Die Händedesinfektion sollte gemäß der Basishygiene mit einem bakteriziden Händedesinfektionsmittel unter Beachtung der Einwirkzeit erfolgen.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Bei engem Kontakt mit erkrankten Patienten sowie erregerhaltigem Material, wie Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen, sollten ein Mund-Nasenschutz, , Einmalhandschuhe und Schutzkittel getragen werden. Nach dem Ablegen der Einmalhandschuhe sollte eine hygienische Händedesinfektion erfolgen.


Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Verdacht, Erkrankung und Tod durch Keuchhusten müssen gemäß § 6 IfSG dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die namentliche Meldung ist laut § 7 Abs. 1 IfSG beim direkten oder indirekten Nachweis von Bordetella pertussis nötig.
Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen sind zusätzlich zur Meldung von Pertussis-Erkrankungen verpflichtet, wenn betreute oder betreuende Personen der Einrichtung betroffen sind (§ 34 IfSG). Erkrankte Mitarbeiter von Gemeinschaftseinrichtungen dürfen keinen Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstigen Tätigkeiten nachgehen, bis eine ärztliche Begutachtung belegt, dass eine Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten ist.


Quellen:
Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber für Ärzte – Keuchhusten (Pertussis), 2014.
https://www.rki.de
Universitätsmedizin Rostock, Hygienemerkblätter (HMB) der UMR – Pertussis (Keuchhusten), 2015. https://krankenhaushygiene.med.uni-rostock.de



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