Wir forschen für den Infektionsschutz

Kontakt

Experten-Hotline 
zu Fragen rund um 
Hygiene und Desinfektion
Tel.: +49 (40)-54 00 6 -111
Fax: +49 (40)-54 00 6 - 777

E-Mail:
science-center[at]hartmann.info

 

Telefonisch erreichen Sie uns:
Mo. - Do. 8:00 bis 16:30 Uhr
Freitag    8:00 bis 15:00 Uhr

Für Anrufer aus Österreich:
Tel.: 02236 646 3070

Elemente der Basishygiene

Händehygiene

Zentrales Element der Basishygiene ist die Händehygiene. Sie umfasst neben der alkoholischen Händedesinfektion als wichtigste Infektionsschutzmaßnahme auch die Hautpflege, den Hautschutz und die Hautreinigung [1]. Regelmäßige und gezielte Pflege der Haut ist für den Schutz vor Infektionen unverzichtbar, da bereits kleinste Hautrisse und Mikrotraumen zu Hautbrennen bei der Händedesinfektion führen und ihre korrekte Durchführung erschweren.


Die 5 Momente der Händedesinfektion

  • Vor Patientenkontakt
  • Vor aseptischen Tätigkeiten
  • Nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung


Bei sichtbarer Verschmutzung sollten die Hände vor der hygienischen Händedesinfektion gewaschen werden.

Schutzkittel bzw. Plastikschürze

Ein Schutzkittel wird bei zu erwartendem direkten Kontakt mit Blut, Sekreten oder Exkreten getragen, aus Patientenschutzgründen nach Beendigung der pflegerischen/ärztlichen Tätigkeit und vor Versorgung eines neuen Patienten abgelegt (anschließend Händedesinfektion). Dabei ist darauf zu achten, dass Haut und Arbeitskleidung nicht kontaminiert werden. Eine Plastikschürze wird anstelle des Schutzkittels bzw. zusätzlich getragen, wenn mit einem Durchnässen der Kleidung zu rechnen ist.

Untersuchungshandschuhe

Einmalhandschuhe werden getragen, wenn ein Kontakt der Hände mit Schleimhaut, nicht intakter bzw. kontaminierter/kolonisierter Haut, Blut, Körperflüssigkeiten, Sekreten und Exkreten zu erwarten ist oder die Gefahr einer Stichverletzung besteht. Bei falscher Ausziehtechnik kann die bisher geschützte Haut durch Berührung mit der kontaminierten Handschuhaußenseite oder Hand kontaminiert werden. Daher ist nach dem Ausziehen der Untersuchungshandschuhe in jedem Fall eine Händedesinfektion durchzuführen. 

Mund-/Nasenschutz (MNS) und Schutzbrille

Ein Mund-/Nasenschutz sollte angelegt werden, wenn mit dem Verspritzen von Blut, Körperflüssigkeiten, Sekreten und Exkreten zu rechnen ist oder ungewollte Kontakte von Händen und Handschuhen mit dem Gesicht vermieden werden sollen. Bei bestimmten invasiven Tätigkeiten, wie z. B. Operationen, zum Schutz des Patienten vor einem möglichen Eintritt vor Keimen, die beim Sprechen/Husten des Personals ins Wund-/Eingriffsgebiet gelangen könnten.

Eine Schutzbrille schützt die Augen vor erregerhaltigen Aerosolen. Eine Indikation kann z. B. bei direktem, engen Patientenkontakt auftreten, wenn der Patient an dem, für eine Noroviren-Infektion typischen explosionsartigen Erbrechen, leidet.

Flächendesinfektion und -reinigung

Routinemäßig erfolgt eine reinigende Flächendesinfektion auf Arbeitsflächen, die kontaminiert sein könnten und auf häufig von Händen und Haut kontaktierten patientennahen Flächen. Eine gezielte Desinfektion ist nach Kontamination der Flächen mit Blut, Körperflüssigkeiten, Sekreten und Exkreten erforderlich.

Medizinprodukte-Aufbereitung

Medizinprodukte wie Blutdruckmanschetten, Stethoskope, Inhalationsgeräte oder Thermometer sind nach Kontamination bzw. Gebrauch entsprechend der Empfehlungen der KRINKO und des BfArM  nach validierten Verfahren aufzubereiten [2]. Dabei sind die Angaben der Medizinproduktehersteller zur Aufbereitung zu beachten.

Abfallentsorgung

Die Abfallentsorgung erfolgt nach den Vorgaben der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes [3].

Wäsche und Geschirr

Gebrauchte und kontaminierte Wäsche muss so gesammelt und transportiert werden, dass keine Gefahr einer Kontamination oder Infektion besteht. Die Aufbereitung der Wäsche erfolgt mittels desinfizierender Verfahren, die regelmäßig auf Wirksamkeit überprüft werden. Nach der Aufbereitung muss sichergestellt sein, dass jedem Patienten saubere und keimarme Wäsche zur Verfügung steht. 

Auch beim Geschirr ist sicherzustellen, dass dieses sauber und desinfiziert ist.

Aufklärung von Patienten und Besuchern

Patienten und Besuchern sollten über Hygienemaßnahmen, z. B. im Falle einer Kolonisation mit MRSA, aufgeklärt werden, um selbstständig zur Infektionsprävention beitragen zu können.  

Art der Unterbringung

Patienten mit einem erhöhten Risiko zur Übertragung von infektiösen Krankheiten sind bestmöglich in Einzelzimmer unterzubringen. 

Empfehlung zur Standardhygiene

Herleitung von risikominimierenden, hier infektionspräventiven Maßnahmen in der Praxis

- Bedeutung der Standardhygiene und ggf. ergänzender Maßnahmen zum Schutz von Patienten und Personal vor nosokomialen Infektionen [2].

Das PDF zum Download finden Sie hier.

Informationen zu den Hauptübertragungswegen von Erregern finden Sie im Glossar.

 

Quellen: 

  1. KRINKO Händehygiene (2016)
  2. KRINKO (2015) Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten. Bundesgesundheitsbl 58: 1151-1170.
  3. LAGA (2015) Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes