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Infektionen verhindern bei Patienten mit übertragbaren Krankheiten: Die Empfehlungen der KRINKO

Mehr als 18 Millionen Patienten werden jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern behandelt. Jede 25. Diagnose geht dabei auf pathogene Erreger zurück. Zu den häufigsten zählen unter anderem Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Darminfektionen.
Die Übertragungswege sind hierbei vielfältig: Keime können über Tröpfchen und Partikel aus der Luft oder über direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen oder Gegenständen übertragen werden. Die Erreger können aber auch direkt ins Blut (parenteral, z. Bsp. über Nadelstichverletzungen) oder durch sogenannte Vektoren (z. Bsp. Mücken) in den Körper gelangen.

In ihrer Empfehlung „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten“ fasst die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut daher die zentralen Aspekte zum Infektionsschutz zusammen:


Händedesinfektion

Unabhängig davon, ob ein Patient Symptome einer Infektion zeigt, kann er mit Krankheitserregern besiedelt sein. Über die Hände können sie auf andere Personen übertragen werden und diese gefährden. Schutz bietet hier die indikationsgerechte Händehygiene. Gemäß dem Modell der WHO (World Health Organization) gibt es fünf Momente, in denen eine Händedesinfektion vorzunehmen ist:

  • VOR Kontakt mit Patienten bzw. Bewohnern
  • VOR aseptischen Tätigkeiten
  • NACH Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien
  • NACH Kontakt mit zu Patienten bzw. Bewohnern
  • NACH Kontakt mit der direkten Umgebung des Pflegebedürftigen

Ergänzend sollten Mitarbeiter auf Schmuck an Händen und Unterarmen verzichten. Keime können sich auf der darunterliegenden Haut ansiedeln und die Qualität der hygienischen Händedesinfektion beeinträchtigen.

Es ist auf das Wirkungsspektrum des Desinfektionsmittels zu achten: Im Falle von unbehüllten Viren (z. B. Enteroviren) müssen Desinfektionsmittel mit viruziden Eigenschaften verwendet werden.

Ausnahmen bilden hierbei Noro-, Rota- und Adenoviren: Bei ihnen sind auch Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum begrenzt viruzid PLUS verwendbar.


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Einzelheiten zum „5 Momente“-Modell der WHO finden Sie hier. 


Barrieremaßnahmen: Einmalhandschuhe, Schürzen und Mund-Nasen-Schutz

Ist der Kontakt mit Sekreten, Blut oder Exkreten abzusehen, schützt die persönliche Schutzausrüstung (PSA) vor Kontamination. Sie bildet eine mechanische Barriere, die Infektionserreger von Haut, Schleimhäuten und Arbeitskleidung der Mitarbeiter abhält.

Wenn eine Infektion des Patienten wahrscheinlich oder bestätigt ist, sollte die Schutzausrüstung bei Möglichkeit eines Kontaktes mit dem Patienten angelegt werden, also beispielsweise vor dem Betreten des Patientenzimmers.

Medizinische Schutzhandschuhe müssen mindestens einen AQL (Acceptable Quality Level) von 1,5 aufweisen. Nur so ist gewährleistet, dass sie sicher vor Keimen schützen. Unmittelbar nach dem Ablegen der Handschuhe sollten die Hände desinfiziert werden. Schutzhandschuhe bieten bei richtiger Anwendung einen zusätzlichen Schutz vor Übertragung von Infektionen, ersetzen jedoch nicht die Händedesinfektion.

Schürzen und Kittel schützen die Arbeitskleidung vor Kontamination mit Blut, Sekreten und Exkreten. Im medizinischen Bereich sollten sie mindestens der DIN EN 14126 genügen. Durchfeuchtete Kittel sind unmittelbar auszutauschen.

Beim Sprechen und Husten können Mitarbeiter Bakterien aus dem Mund- und Rachenraum verbreiten. Bei aseptischen Prozeduren schützt ein Mund-Nasen-Schutz den Patienten. Der Mitarbeiter wiederum wird vor Blutspritzern und anderen Kontaminationen der Schleimhäute geschützt.

Anders als ein Mund-Nasen-Schutz, der Patienten und Mitarbeiter nur vor makroskopischen Tröpfchen schützt, verhindert der Atemschutz außerdem das Einatmen von infektiösen Aerosolen. Eine gut angepasste FFP2-Maske (zulässige Leckage von maximal 8 Prozent) schützt den Träger vor aerogener Übertragung von Bakterien und Viren. Bei Erregern, die über die Bindehaut übertragen werden können, sollte der Atemschutz unbedingt mit einer Schutzbrille kombiniert werden, um eine Infektion zu vermeiden.

Flächendesinfektion

Patientennahe Flächen mit häufigem Kontakt zu Haut und Händen sollten mindestens täglich desinfiziert werden. Sichtbare Verunreinigungen sind unmittelbar zu entfernen und die Fläche zu desinfizieren.

Weitere Informationen zur Flächendesinfektion finden Sie hier.


Aufklärung und Schulung von Patienten und Besuchern

Auch Patienten und Besucher können pathogene Keime auf andere Personen oder Flächen übertragen. Schulungsprogramme oder eine persönliche Aufklärung können helfen, mehr Bewusstsein für die Hygiene zu schaffen und damit zur Infektionsprävention beitragen.

Alle Schutzmaßnahmen dienen der Sicherheit von Patienten, Personal und Besuchern. Sie sollten demnach so lange andauern, bis kein Ansteckungsrisiko mehr besteht. Da einige Erreger teilweise noch lange nach dem Abklingen der Symptome ausgeschieden werden können, kann es erforderlich sein, die Maßnahmen über längere Zeit fortzuführen.


Quelle:
Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut: Bundesgesundheitsblatt 2015, 58:1151–1170