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Welttag der Patientensicherheit am 17. September 2021: Sicher vom ersten Atemzug an

Auch in diesem Jahr findet – wie seit 2015 an jedem 17. September – wieder der Welttag der Patientensicherheit statt. Am Aktionstag, der auch als globaler World Patient Safety Day von der Weltgesundheitsorganisation WHO gefördert wird, werden vielfältige Hybrid-Veranstaltungen und Aktivitäten angeboten, die allesamt das Ziel haben, für mehr Patientensicherheit zu sensibilisieren. Dieses Jahr läuft die Aktion unter dem Motto „Sicher vom ersten Atemzug an“. Damit auch Sie und Ihre Einrichtung mitmachen können, stellt das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) zahlreiche Materialien sowohl für Patient/innen als auch für Angehörige von Gesundheitsberufen kostenfrei zur Verfügung.

Doch was bedeutet Patientensicherheit eigentlich genau? Das APS definiert Patientensicherheit als das von Patient/innen wahrgenommene Maß, in dem alle Akteure dazu beitragen, dass unerwünschte Ereignisse selten auftreten, Sicherheitsverhalten gefördert wird, Risiken beherrscht werden, Sicherheit als erstrebenswertes Ziel anerkannt wird, realistische Optionen zur Verbesserung umgesetzt werden und die Innovationskompetenz in den Dienst der Verwirklichung von Sicherheit gestellt wird. Um ein hohes Maß an Patientensicherheit zu erreichen, gilt es Patientenschädigungen so weit wie möglich zu vermeiden. Selbstverständlich ist die Infektionsprävention dabei von zentraler Bedeutung, denn nosokomiale Infektionen gehören nach wie vor zu den häufigsten Gründen für eine Patientenschädigung.


Sicher vom ersten Atemzug an: Versorgung von Müttern und Neugeborenen im Fokus

Damit sämtliche Menschen vom Augenblick ihrer Geburt an ein hohes Maß an Sicherheit genießen, müssen alle Beteiligten – Patient/innen, Ärzt/innen, Hebammen, Pflegekräfte etc. –an einem Strang ziehen. Neben der richtigen Hygiene, einer verständlichen Aufklärung und einer angemessenen Verordnungspraxis von Arzneimitteln gehört auch eine gute, vertrauensvolle Kommunikation auf Augenhöhe unbedingt dazu. Welchen Stellenwert die sichere Kommunikation zur Vermeidung unerwünschter Ereignisse rund um die Geburtshilfe spielt, wird derzeit mit Hilfe des Projekts TeamBaby untersucht. Im Rahmen dieses Projekts werden das klinische Personal sowie die werdende Mutter und ihre Begleitpersonen geschult, um sicher miteinander zu kommunizieren. Außerdem soll eine App die Kommunikation unterstützen und bei der Bewältigung von Schwierigkeiten helfen.


Patientensicherheit heißt auch: Sepsis rechtzeitig erkennen

Patientensicherheit ist nicht nur während der Geburt, sondern auch in der vulnerablen Zeit danach besonders wichtig, denn sowohl frischgebackene Mütter als auch Neugeborene haben ein erhöhtes Risiko, an einer lebensgefährlichen Sepsis zu erkranken. Da Sepsis auch in Deutschland nach wie vor jährlich etwa 75.000 Todesopfer fordert, macht der Welttag der Patientensicherheit noch einmal auf die Kampagne Deutschland erkennt Sepsis aufmerksam und sensibilisiert für die Symptome, die sich bei Neugeborenen deutlich von denen Erwachsener und älterer Kinder unterscheiden. Übrigens findet auch der World Sepsis Day nur wenige Tage zuvor – nämlich am 13. September – statt.


Patienten-Empowerment macht Patient/innen für die eigene Sicherheit stark

Auch das sogenannte Patienten-Empowerment trägt ganz wesentlich zur Patientensicherheit bei. Nur gut informierte Patient/innen haben die nötigen Hintergrundkenntnisse, um bei Entscheidungen zu eigenen Gesundheitsfragen zu partizipieren. Zum Hygiene-Empowerment gehört auch zu wissen, wann man sich beispielsweise die Hände desinfizieren sollte und wie man hygienisch mit Wunden umgeht. Dazu bietet das APS beispielsweise Informationen zur Prävention von Krankenhausinfektionen für Patient/innen an.

Da wir von HARTMANN das Empowerment von Patient/innen ebenfalls unterstützen, stellen wir auf der Website des HARTMANN SCIENCE CENTER unter anderem kurze, eingängige Schulungsfilme zum Thema Händedesinfektion zur Verfügung. Außerdem machen wir uns im Rahmen unserer MISSION: INFECTION PREVENTION dafür stark, Infektionsprävention jetzt und zukünftig weiter zu verbessern. In unserem ersten Podcast zu nosokomialen Infektionen sprechen wir unter anderem mit Professor Johannes Knobloch, dem Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg. Außerdem kommt darin Vanessa Carter zu Wort, die selbst erfolgreich gegen eine Krankenhausinfektion mit einem antibiotikaresistenten Keim kämpfte und heute über Antibiotikaresistenzen aufklärt.

Zu einer Arzt-Patienten-Beziehung auf Augenhöhe und partizipativen Entscheidungen gehört jedoch nicht nur die Bereitschaft der Patient/innen, sich stärker zu engagieren, sondern auch die der Gesundheitskräfte, dieses Engagement zuzulassen und zu unterstützen – so wie es beim APS-Projekt TeamBaby gelebt wird.

Unterstützen auch Sie den Welttag der Patientensicherheit am 17. September. Machen Sie bei einer der zahlreichen Aktionen mit und teilen Sie Ihr Engagement für Patientensicherheit und Patienten-Empowerment unter den Hashtags #CleanHands, #Mission:InfectionPrevention oder #PatientEmpowerment.



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