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Hände- und Flächenhygiene bei Ebolaviren

Der andauernde Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde am 17.07.2019 von der WHO als „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) eingestuft. Die Einstufung erfolgte aufgrund der geographischen Ausbreitung des Virus mit dem Risiko einer Verbreitung in angrenzende Länder (z.B. Uganda, Rwanda) [1]. Das Risiko einer Einbringung und Verbreitung des Ebolavirus in die EU ist nach Angaben des Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) jedoch sehr gering [2]. Für den seltenen Fall, in dem ein Ebola-Patient zu behandeln ist, werden unter anderem Maßnahmen zur Hände- und Flächendesinfektion empfohlen.


Hämorrhagisches Fieber: Symptome, Übertragungsweg und Krankheitsverlauf

Die hochgradig ansteckenden Ebolaviren lösen beim Menschen das Hämorrhagische Fieber aus, das mit einer Schädigung der inneren Organe und Blutungen einhergeht. Die Sterblichkeitsrate infizierter Patienten liegt bei 30 bis 90 Prozent. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit erkrankten oder verstorbenen Patienten oder deren Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Blut oder Fäkalien, übertragen. Neben der Mensch-zu-Mensch Übertragung können sich Menschen auch bei Tieren (z.B. Affen, Fledermäusen) oder sichtbar kontaminierten Oberflächen anstecken.


Empfehlung für die Händehygiene

Bei der Behandlung eines mit Ebola infizierten Patienten ist geeignete Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhe, zu tragen [3-6]. Das Tragen von zwei Paar Handschuhen kann bei der Patientenversorgung sehr sinnvoll sein, um das Restrisiko einer Kontamination durch Mikroperforation des Handschuhs größtmöglich zu reduzieren. Dies gilt insbesondere beim Umgang mit größeren Blutmengen, anderen Körperflüssigkeiten, Erbrochenem oder Ausscheidungen. Die CDC empfiehlt bei der Patientenversorgung inzwischen standardmäßig das Tragen von zwei Paar Handschuhen [4].

Eine Desinfektion der Hände nach dem Ablegen der Schutzhandschuhe oder nach Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Ebola-Patienten ist für Gesundheitspersonal unabdingbar. Dabei empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) die Verwendung eines Händedesinfektionsmittels mit begrenzt viruzidem Wirkungsspektrum (behüllten Viren) [6, 7], wie z.B. Sterillium®. Eine Reihe an Händedesinfektionsmitteln hat sich als umfassend wirksam gegenüber behüllten Viren erwiesen [8].

Die CDC empfiehlt ausdrücklich auch die Händedesinfektion von behandschuhten Händen. Die Desinfektion sollte regelmäßig während der Patientenversorgung durchgeführt werden, insbesondere nach dem Hantieren mit Körperflüssigkeiten, sowie mehrfach während des An- und Ablegens der Schutzausrüstung. Zur Desinfektion behandschuhter Hände empfiehlt die CDC die Nutzung eines alkohol-basierten Händedesinfektionsmittels, in einzelnen Fällen können auch EPA-registrierte Desinfektionstücher verwendet werden [4].


Empfehlung für die Dekontamination von Flächen im Patientenzimmer

Es gibt Hinweise, dass Oberflächen in der patientennahen Umgebung von Ebola-Patienten nur selten mit dem Virus kontaminiert sind, solange sie nicht sichtbar verschmutzt sind [9]. Filoviren, zu denen Ebola zählt, können jedoch fünf Tage [10] bis drei Wochen [11] infektiös bleiben. Das RKI empfiehlt bei Ebolaviren, Flächen in Patientenzimmern mittels sorgfältiger Wischdesinfektion zu desinfizieren und dabei ein auf den Erreger abgestimmtes Präparat einzusetzen (Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren) [6, 7]. Dazu eignet sich für kleinere Flächen z.B. Bacillol® 30 Tissues und für größere Flächen z.B. Mikrobac® forte.

Bei sichtbaren Kontaminationen von Flächen durch z.B. Blut oder Erbrochenes ist gemäß RKI nach Anlegen der vorgeschriebenen Schutzausrüstung die Verunreinigung mit einem Einmaltuch aufzunehmen, das mit Flächendesinfektionsmittel getränkt wurde. Das benutzte Tuch ist als infektiöser Abfall gemäß Abfallschlüssel 180103 zu entsorgen. Vor der Desinfektion der Gesamtfläche sollte an diesen Stellen eine zweimalige lokale Wischdesinfektion erfolgen [7].

Das Ebolavirus wird in der Regel über Körperflüssigkeiten übertragen. Daher ist empfehlenswert, das Flächendesinfektionsmittel unter der Anwendungsbedingung „hohe Belastung“ einzusetzen. Die desinfizierte Fläche sollte erst nach der vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit wieder benutzt werden.

Zur Inaktivierung von Ebolaviren sind Produkte mit begrenzt viruzider Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren erforderlich. Entsprechend wirksame Produkte finden Sie hier.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.


Pflichttext

Sterillium: Wirkstoffe: Propan-2-ol, Propan-1-ol, Mecetroniumetilsulfat. Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: Wirkstoffe: Propan-2-ol 45,0 g, Propan-1-ol 30,0 g, Mecetroniumetilsulfat 0,2 g. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85 %, Tetradecan-1-ol, Duftstoffe, Patentblau V 85 %, Gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion. Zur Hautdesinfektion vor Injektionen und Punktionen. Gegenanzeigen: Für die Desinfektion von Schleimhäuten nicht geeignet. Nicht in unmittelbarer Nähe der Augen oder offener Wunden anwenden. Überempfindlichkeit (Allergie) gegen einen der Inhaltsstoffe. Nebenwirkungen: Gelegentlich kann eine leichte Trockenheit oder Reizung der Haut auftreten. In solchen Fällen wird empfohlen, die allgemeine Hautpflege zu intensivieren. Allergische Reaktionen sind selten. Warnhinweise: Sterillium soll nicht bei Neu- und Frühgeborenen angewendet werden. Erst nach Auftrocknung elektrische Geräte benutzen. Nicht in Kontakt mit offenen Flammen bringen. Auch nicht in der Nähe von Zündquellen verwenden. Flammpunkt 23 °C, entzündlich. Bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Präparates ist mit Brand- und Explosionsgefahren nicht zu rechnen. Nach Verschütten des Desinfektionsmittels sind folgende Maßnahmen zu treffen: sofortiges Aufnehmen der Flüssigkeit, Verdünnen mit viel Wasser, Lüften des Raumes sowie das Beseitigen von Zündquellen. Nicht rauchen. Im Brandfall mit Wasser, Löschpulver, Schaum oder CO2 löschen. Ein etwaiges Umfüllen darf nur unter aseptischen Bedingungen (Sterilbank) erfolgen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

BODE Chemie GmbH
Melanchthonstraße 27
22525 Hamburg

Stand:19.06.2015

Literatur
1. WHO. 51. Situation report on the Ebola outbreak in North Kivu. Stand: 23.07.2019 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
2. ECDC. Ebola virus disease outbreak in North Kivu and Ituri Provinces, Democratic Republic of the Congo – fifth update. Stand: 19.07.2019 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
3. CDC. Infection Prevention and Control Recommendations for Hospitalized Patients Under Investigation (PUIs) for Ebola Virus Disease (EVD) in U.S. Hospitals. Stand 30.08.2018 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
4. CDC. Guidance on Personal Protective Equipment (PPE) To Be Used By Healthcare Workers during Management of Patients with Confirmed Ebola or Persons under Investigation (PUIs) for Ebola who are Clinically Unstable or Have Bleeding, Vomiting, or Diarrhea in U.S. Hospitals, Including Procedures for Donning and Doffing PPE. Stand 30.08.2018 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
5. WHO - Interim Infection Prevention and Control Guidance for Care of Patients with Suspected or Confirmed Filovirus Haemorrhagic Fever in Health-Care Settings, with Focus on Ebola. Stand: September 2014 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
6. Robert Koch-Institut. Rahmenkonzept Ebolafieber. Stand 01.03.2019 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
7. Robert Koch-Institut. Maßnahmen zur Desinfektion und Abfall/Abwasserentsorgung im Zusammenhang mit einem begründeten Ebolafieber-Verdachtsfall in Deutschland. Stand 27.12.2018 (zuletzt überprüft am 27.08.2019).
8. Kampf G, Steinmann J, Rabenau H. Suitability of vaccinia virus and bovine viral diarrhea virus (BVDV) for determining activities of three commonly-used alcohol-based hand rubs against enveloped viruses. BMC Infectious Diseases. 2007;7:5.
9. Bausch DG, Towner JS, Dowell SF, et al. Assessment of the risk of Ebola virus transmission from bodily fluids and fomites. J Infect Dis. 2007;196 Suppl 2:S142-7.
10. Belanov EF, Muntianov VP, Kriuk VD, et al. Survival of Marburg virus infectivity on contaminated surfaces and in aerosols. Vopr Virusol. 1996;41(1):32-4.
11. Piercy TJ, Smither SJ, Steward JA, Eastaugh L, Lever MS. The survival of filoviruses in liquids, on solid substrates and in a dynamic aerosol. J Appl Microbiol. 109, 1531-1539.