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Hygienemaßnahmen bei Candida auris

Der häufig multiresistente Hefepilz Candida auris ist erst seit 2009 bekannt – stellt Hygiene-Experten jedoch weltweit vor Herausforderungen. Der Erreger kann schwer therapierbare Infektionen auslösen, wobei kranke und immunsupprimierte Patienten besonders gefährdet sind. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) warnt ausdrücklich vor dem Hefepilz, denn er ist nicht nur häufig resistent gegen viele gängige Antimykotika (z. B. Fluconazol), sondern mit Standard-Labormethoden auch schwer identifizierbar (1). Bisherige Daten legen nahe, dass sich C. auris nosokomial in Mustern ausbreiten kann, die denen von Methicillin-resistem Staphylococcus aureus (MRSA) ähneln (2). Um Übertragungen und Ausbrüche zu vermeiden, sind neben der korrekten Bestimmung auch gezielte Hygienemaßnahmen von zentraler Bedeutung.


Symptome und Krankheitsbilder

C. auris kann Ohr-, Wund- und Harnwegsinfektionen auslösen. Gelangt der Hefepilz in die Blutbahn können teilweise lebensgefährlich verlaufende Blutstrominfektionen auftreten.


Risikofaktor Flächenhygiene: Aktuelle Studienergebnisse

Candida auris ist ein besonders widerstandsfähiger Hefepilz: Auf unbelebten Flächen kann das Pathogen bis zu sieben Tagen überleben – möglicherweise sogar noch länger. In einer aktuellen Studie verglichen Piedrahita und Kollegen die Überlebensfähigkeit von C. auris und anderen häufig vorkommenden Pathogenen (3). Ihr Ergebnis: Candida auris beweist mehr Ausdauer als bspw. der artverwandte Candida albicans. Auf feuchten Oberflächen waren auch nach sieben Tagen noch mehr als 80 % der verschiedenen Candida-Spezies zu finden. Proben von trockenen und feuchten Oberflächen im Krankenhaus mit häufigem Handkontakt zeichneten ein ähnliches Bild: Hefepilze der Candida-Spezies wurden hier deutlich häufiger als andere gängige Erreger von feuchten Flächen isoliert.


Maßnahmen zur Infektionsprävention bei C. auris (4)

  • Kontaktisolation
    Patienten mit C. auris sollten isoliert werden, um die Verbreitung des Pilzes einzudämmen. Wenn möglich, sollte die Anzahl der Mitarbeiter mit Kontakt zu den isolierten Patienten größtmöglich reduziert werden.

  • Händehygiene bei C. auris
    Der hygienischen Händedesinfektion sollte bei der Pflege von Patienten mit C. auris besondere Aufmerksamkeit zukommen. Als Indikation gelten die 5 Momente der Händehygiene:

    • VOR  Kontakt mit / zu Patienten bzw. Bewohnern
    • VOR aseptischen Tätigkeiten
    • NACH Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien
    • NACH Kontakt mit / zu Patienten bzw. Bewohnern
    • NACH Kontakt mit der direkten Umgebung des Patienten bzw. Bewohners

    Im Rahmen der Kontaktisolation sollten Mitarbeiter außerdem Handschuhe anlegen. Dabei ist das Berühren von Oberflächen außerhalb der unmittelbaren Patientenumgebung mit Handschuhen zu vermeiden. Achtung: Handschuhe ersetzen nicht die Händedesinfektion. Vor dem An- und nach dem Ablegen der Handschuhe ist daher eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

  • Flächendesinfektion bei C. auris
    C. auris
    ist sehr widerstandsfähig und kann auf Oberflächen mehrere Tage überleben.
    Für die effektive Flächenhygiene bei C. auris ist die Routine- sowie Schlussdesinfektion empfohlen.

    Flächendesinfektionsmittel auf Basis von QAV sind möglicherweise nicht effektiv gegenüber C. auris. Bis auf weiteres empfiehlt die CDC daher, sporizide Produkte zu verwenden, die eine nachgewiesene Wirksamkeit gegenüber C. difficile-Sporen aufweisen.

Quellen:
1. Candida auris. CDC Centers for Disease Control and Prevention. (zuletzt geprüft am 17.01.2018).
2. Epidemiologisches Bulletin Nr. 36. Robert Koch Institut, September 2017.
3. Piedrahita, T. et al. Environmental Surfaces in Healthcare Facilites are a Potential Source for Transmission of Candida auris and other Candida Species. Infect Control Hosp Epidemiol. 2017, 38(9):1107-1109.
4. Recommendations for Infection Control for Candida auris. CDC Centers for Disease Control and Prevention.  (zuletzt geprüft am 17.01.2018).