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Experten-Interview: Biofilm-Kontamination bei der Schlussspülung flexibler Endoskope vorbeugen

Sibylle von Strantz
Sibylle von Strantz, Aqua free Membrane Technology GmbH, Hamburg.

Warum kommt dem letzten Spülwasser bei der Endoskop-Aufbereitung eine besondere hygienische Bedeutung zu? Im Interview erklärt Sibylle von Strantz von der Aqua free Membrane Technology GmbH in Hamburg, welche Rolle die Wasserqualität bei der Schlussspülung spielt und wie Sterilwasserfilter die Kontamination mit Wasserkeimen verhindern.

Was ist hinsichtlich der Wasserqualität bei der Schlussspülung von Endoskopen zu beachten?


Die Regelungen sind hier streng. So besagt die KRINKO-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ von 2012, dass das Wasser für die Schlussspülung von flexiblen Endoskopen mikrobiologisch Trinkwasserqualität haben und zusätzlich frei von fakultativ pathogenen Mikroorganismen sein sollte.


Warum muss das Spülwasser diese hohen Anforderungen erfüllen?

Leitungswasser hat nicht unbedingt Trinkwasserqualität. Das liegt daran, dass die Wasserqualität auf dem Weg vom Hausanschluss bis zur tatsächlichen Entnahmestelle noch nachteilig beeinträchtigt werden kann. So gibt es etliche Parameter, die dazu beitragen, dass sich in Leitungen Biofilme bilden. Diese können sich wiederum lösen und ins Leitungswasser gelangen. Schon ein kleiner Biofilm-Abriss kann sehr hohe Keimgehalte aufweisen. Und im schlimmsten Fall eben auch fakultativ-pathogene Keime wie z. B. Pseudomonas aeruginosa oder Legionellen. Bei der Schlussspülung können diese Keime das zuvor gereinigte und desinfizierte Endoskop kontaminieren, sodass ein sicherer Einsatz nicht mehr gegeben ist.


W
ie ist einer solchen Kontamination durch Biofilm vorzubeugen?

Effektiv vorbeugen lässt sich der Kontaminationsgefahr durch die Verwendung von Sterilwasserfiltern. Auch die KRINKO erklärt, dass mikrobiologisch einwandfreies Schlussspülwasser durch den Einsatz von Sterilwasserfiltern in ausreichender Menge bereitgestellt werden kann. Einen zuverlässigen Schutz bieten Hohlfaser-Membranfilter mit einer Porengröße von 0,2 µm. Diese Sterilwasserfilter filtrieren 99,99999 % der Keime aus dem Wasser. Das entspricht dann der Definition von sterilfiltriertem Wasser mit einer Reduktion von sieben Log-Stufen des Testkeimes Brevundimonas diminuta.


Ihr Tipp für die Praxis?

Neben der Qualität des Schlussspülwassers sollte man sich auch Gedanken über die Wasserqualität bei der Zwischenspülung machen. Schon bei der Zwischenspülung ist es sinnvoll, Sterilwasserfilter einzusetzen, um so einen unnötigen Keimeintrag aus dem Leitungswasser zu vermeiden. Dies unterstützt den sicheren manuellen wie auch maschinellen Aufbereitungsprozess der Endoskope.


Frau von Strantz, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Lesen Sie zu den Anforderungen an die Wasserqualität bei der Endoskopaufbereitung auch das Experten-Interview mit Krankenhaushygieniker PD Dr. Klaus Schröppel, Uniklinikum Tübingen.