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Experten-Interview: Notwendige Qualifikationen für die Aufbereitung flexibler Endoskope

Anke Carter
Anke Carter, Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV)

Die fachgerechte und hygienisch einwandfreie Aufbereitung flexibler Endoskope verlangt von den Mitarbeitern fundierte Qualifikationen. Das erforderliche Know-how kann jedoch auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Welcher Weg sich für welches Aufgabengebiet eignet, führt Anke Carter, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV) und derzeit auch Vorsitzende des Bildungsausschusses der DGSV, im Interview aus.


Die DGSV hat jetzt ganz neu eine 3-jährige Ausbildung zur Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung – FMA (DGSV) ins Leben gerufen. An wen richtet sich das Angebot?

Bislang gab es ja keine Ausbildung dieser Art. Um aber die Qualität bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sicherzustellen und zu fördern, war es ein zeitgemäßer und notwendiger Schritt, eine solche Ausbildung zu entwickeln. Konzipiert ist die Ausbildung für Mitarbeiter in ZSVAs oder größeren Aufbereitungs-Einheiten, die ausschließlich in der Aufbereitung von Medizinprodukten tätig sind. Die Endoskopaufbereitung ist u. a. Bestandteil des Ausbildungsplans. Anhand von Muster-Endoskopen wird geschult, wie diese aufgebaut sind, welche Materialien besonders empfindlich sind und wie die Aufbereitung insgesamt durchzuführen ist. Um die Inhalte aber auch in der Praxis zu trainieren, absolvieren die Auszubildenden zusätzlich eine Hospitation in einer Endoskopie-Einheit.


Welche weiteren Möglichkeiten gibt es sonst noch, um die Aufbereitung flexibler Endoskope zu erlernen?

Zunächst einmal setzt die Endoskopaufbereitung eine abgeschlossene Ausbildung in einem Medizinalfachberuf, wie z. B. als medizinische Fachangestellte oder als Krankenschwester, voraus. Mitarbeiter mit dieser beruflichen Qualifikation können dann den 40-stündigen Sachkunde-Lehrgang Endoskopie absolvieren. Zusätzlich zur Endoskopaufbereitung vermittelt dieser Lehrgang auch Grundlagenwissen zur Aufbereitung von Medizinprodukten sowie zur Hygiene und Mikrobiologie. Für Mitarbeiter, die bereits an einem allgemeinen Sachkunde- oder einem Fachkunde-Lehrgang teilgenommen haben, gibt es das Aufbaumodul Endoskopie. Dieser 24-stündige Kurs legt den Fokus explizit auf die Aufbereitung von Endoskopen.


Warum ist die Teilnahme an den Lehrgängen zur Aufbereitung von Endoskopen so wichtig?

Für Mitarbeiter, die mit der Aufbereitung von Endoskopen betraut sind, ist der Besuch dieser Lehrgänge unverzichtbar. Denn die Ausbildung in Medizinalfachberufen umfasst nicht die Aufbereitung und den Umgang mit flexiblen Endoskopen. Zum Schutz der Patienten, Anwender und Dritter ist es aber zwingend geboten, flexible Endoskope fachgerecht und hygienisch einwandfrei aufzubereiten. Hinzu kommt die wirtschaftliche Notwendigkeit, den Wert der oftmals sehr teuren, hochtechnischen Geräte zu erhalten.


Welche speziellen Herausforderungen sehen Sie in diesem Zusammenhang?

Es ist insbesondere wichtig, bei niedergelassenen Ärzten das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Mitarbeiter die Endoskopaufbereitung nicht automatisch in ihrer Ausbildung erlernt haben, sondern dass hier eine zusätzliche Schulung erforderlich ist. Davon profitieren dann sowohl die Patienten, weil sie mit sicher aufbereiteten Endoskopen behandelt werden, als auch der Arzt selbst, weil er eben qualifizierte Mitarbeiter hat.


Frau Carter, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Ausführliche Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Aufbereitung von Medizinprodukten finden Sie unter www.dgsv-ev.de.