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Interview: Effiziente Einrichtungskonzepte für Endoskopie-Einheiten

Bernhard Hertinger
Bernhard Hertinger, Walter H. Becker GmbH, Triftern

Wie können Arbeitsräume in der Endoskopie hygienisch einwandfreie Bedingungen sicherstellen und gleichzeitig  zur Effizienz beitragen? Im Interview gibt Bernhard Hertinger von der Walter H. Becker GmbH in Triftern Tipps, wie Hygiene und Ergonomie in Endoskopieabteilungen verbessert werden können.


Bei Neubauten sollten gute räumliche Bedingungen schon im Vorfeld berücksichtigt werden. Gibt es typische Planungsfehler?  

BH: Ja. Wir stellen häufig fest, dass Architekten die Wasserachse in die Mitte des Raumes setzen. Für Küchen in privaten Haushalten ist das sinnvoll, da bei der Speisezubereitung viel Wasser benötigt wird. In Untersuchungsräumen hingegen unterbricht ein mittig gesetztes Waschbecken die Arbeitsfläche und damit den Arbeitsfluss. Außerdem besteht in Wassernähe immer Rekontaminationsgefahr, so dass man einen Spritzschutz installieren muss.


K
ann dieser Fehler nachträglich noch korrigiert werden?  

BH: Da Sie in Gesundheitseinrichtungen wegen der Biofilmgefahr keine Totleitungen haben dürfen, ist eine Korrektur der Wasserachse schwierig.


Was hat für Sie bei der Aufbereitung unter Hygieneaspekten hohe Priorität?

BH: Eine wichtige Rolle spielt die Art der Aufbereitungsbecken. Für die Endoskopreinigung ideal sind schmale, ca. zwei Meter lange, gestreckte Becken. Die Endoskope können dann in voller Länge eingelegt und in einer Richtung durchgebürstet werden. Dadurch lassen sich die Endoskope gründlicher und komfortabler reinigen und es wird verhindert, dass die Mitarbeiter durch Spritzwasser gefährdet werden. Zudem lassen sich Materialschäden am Endoskop vorbeugen denn es entsteht ja kein Biegeradius.


Gibt es einfache Maßnahmen, die Sie jeder Endoskopie-Abteilung empfehlen können?

BH: Empfehlenswert ist in jedem Fall ein dezentrales Dosiergerät für die Desinfektionsmittel. Hierdurch lassen sich Über- und Unterdosierungen vermeiden und man erzielt eine deutliche Zeitersparnis. Außerdem kann der Desinfektionsschritt jederzeit dokumentiert und validiert werden. Es gibt auch andere ganz einfache Maßnahmen, mit denen die Aufbereitung besser wird. Zum Beispiel mit Hygieneleisten. Viele Arbeitsflächen in der Endoskopie sind überfüllt mit allen möglichen Aufbereitungsutensilien. Mit vielseitigen Vorrichtungen, z. B. für Dichtigkeitstester, Handschuhe oder Reinigungsbürsten, die Sie an Schienen über der Arbeitsfläche anbringen, bleibt die Arbeitsfläche leer und es kann effizienter gearbeitet werden.


Hygienerisiken und Ablaufprobleme treten auch beim Transport und der Trennung in unrein und rein auf. Welche Lösungen gibt es hier?

BH:  Mit thermisch aufbereitbaren Transportboxen lässt sich die Gefahr der Keimverschleppung beim Transport verhindern. Die strikte Trennung von rein und  unrein gelingt ergonomisch und hygienisch am besten mit Drehschranksystemen. Dabei sind vom Untersuchungsraum aus nur die fertig aufbereiteten Endoskope zugänglich. Eine Rekontamination kann fast komplett ausgeschlossen werden. Ein System, dass auch bei mehreren Untersuchungsräumen umsetzbar ist und für kurze Arbeitswege sorgt. Hier profitieren Hygiene und Arbeitsablauf gleichermaßen.


Herr Hertinger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.