DESINFACTS | Ausgabe 1/2020

Klasse max. Gesamtleckage (%) FFP 1 22 FFP 2 8 FFP 3 2 INTERVIEW 14 Welche Maske für welchen Zweck? Persönliche Schutzausrüstung: Maske ist nicht gleich Maske: Der Molekularbiologe Dr. Marcus Reska vom Deutschen Beratungs- zentrum für Hygiene (BZH GmbH) erklärt, in welchen Situationen Atemschutzmasken Teil der Persönli- chen Schutzausrüstung (PSA) sein sollten, welche Faktoren ihre Dichtigkeit bestimmen und worauf beim An- und Ablegen der Masken zu achten ist. Herr Dr. Reska, Masken werden zur Zeit zum Schutz vor dem neuen Co- ronavirus stark nachgefragt. Wann macht denn im professionellen Be- reich die Verwendung einer Atem- schutzmaske als Bestandteil der Persönlichen Schutzausrüstung Sinn? Im Krankenhaus-Setting muss man zwischen zwei Typen von Masken un- terscheiden: Da ist einmal der mehrla- gige Mund-Nasen-Schutz, kurz MNS, der auch als chirurgischer Mund- Nasen-Schutz bezeichnet wird. MNS wird in der Regel von den Patienten getragen, um andere zu schützen, bei- spielsweise vor Auswurf oder größeren Tröpfchen bei starkem Husten. In sei- ner eigentlichen Zweckbestimmung wird MNS im be- ruflichen Kontext des Gesundheitswesens während einer Operation vom OP-Team getragen, um eine Kon- tamination der Wunde zu verhindern. MNS soll vor allem andere vor den Keimen des Trägers schützen. Im Krankenhaus bedeutet das: MNS ist in erster Linie Fremdschutz! Anders verhält es sich beim zweiten Masken- Typus: den Atemschutzmasken. Sie sind Be- standteil der Persönlichen Schutzausrüstung und dienen deshalb im Analogieschluss dem Eigenschutz des Personals. Eine Atem- schutzmaske der Klasse „FFP2“ ist generell immer bei sogenannten Aerosol-generieren- den Maßnahmen notwendig. Eine Atem- schutzmaske – Schutzklasse „FFP 2“ oder „FFP 3“ – schützt den Träger vor Keimen, die sich in kleinsten Tröpfchen, so genannten Tröpchenkernen, befinden, und verhindert, dass diese in seine Atemwege gelangen. Wie gut sie das macht, hängt bei den soge- nannten partikelfiltrierenden Halbmasken – englisch: Filtering Face Pieces, abgekürzt FFP – von der Summe der vorhandenen Undichtig- keiten ab, der sogenannten Gesamtleckage. Die maximale Gesamtleckage bestimmt, wel- cher der drei Schutzklassen, die es für parti- kelfiltrierende Halbmasken gibt, eine Maske zugeordnet wird. In welchen Situationen sollte welche Maske zur Persönlichen Schutzausrüstung gehören? Soll eine Atemschutzmaske wirksam vor luftübertrag- baren Erregern, zum Beispiel der offenen Lungentu- berkulose, oder vor Aerosolen schützen, wird im Arbeitsschutz mindestens zu einer FFP 2-Maske gera- ten. Bei SARS-CoV-2 wird aktuell von Seiten des RKI bei ausreichend zur Verfügung stehenden Masken und direkter Versorgung von Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher COVID-19 bevorzugt das Tragen von FFP2-Masken (Stand 15.04.2020) empfohlen. Generell sollte bei der Auswahl der Atemschutzmasken im Arbeitsalltag aber auch immer das tatsächlich vorhan- dene Infektionsrisiko, die Praktikabilität, die Compli- ance der Mitarbeiter und allem voran der jeweilige Übertragungsweg berücksicht werden. Sinnvoll ist es daher, wenn sich in einer Klinik die Verantwortlichen aus dem Bereich Hygiene und dem Bereich Arbeits- schutz zusammensetzen und sich über die für ihr Set- ting geeigneten Maskentypen abstimmen. Und dann muss man nur noch wissen, wie man mit der entsprechenden Maske umgeht, oder? Worauf sollte Ich beim Anlegen achten? Zunächst befestigen Sie die Maske mit den Ver- schlussbändern beziehungsweise mit dem Gummi- band an der hinteren Kopfmitte und im Nacken- „Eine Atemschutz- maske schützt den Träger vor in der Atem- luft befindlichen Keimen und verhindert, dass diese in seine Atem- wege gelangen.“ „MNS soll vor allem andere vor den Keimen des Trägers schützen. Im Krankenhaus bedeutet das: MNS ist in erster Linie Fremd- schutz!“ Dr. Marcus Reska Atemschutzmasken FFP-Masken (FFP: Filtering Face Pieces) werden in 3 Klassen unterteilt. Ausschlaggebend dafür ist die maximale Gesamtleckage.

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