DESINFACTS | Ausgabe 2/2020

12 KOMPETENZ Ist weniger mehr? Einwirkzeit bei hygienischer Händedesinfektion: eine Einwirkzeit von 15 Sekunden implementiert worden ist [1]. Hinzu kommt: Die Evidenz in der Fachliteratur deutet nicht nur darauf hin, dass bei einer Einwirkzeit von 15 Sekunden die Frequenz und die Compliance-Rate erhöht werden können. Aktuelle Studien belegen auch, dass innerhalb von 15 Sekunden Ein- wirkzeit eine ausreichende Wirksamkeit erreicht werden kann [2,3,4,5]. Die Prüfnormen verlangen von den Herstellern Tests mit einem sehr großen Sicher- heitspuffer. Das ist auch vernünftig. Das bedeutet im Mit der „Aktion Saubere Hände“ setzt sich das Institut für Hygiene der Charité Universi- tätsmedizin Berlin dafür ein, eine mög- lichst gute Händehygiene-Compliance im deutschen Gesundheitswesen zu errei- chen. Eine Verkürzung der Einwirkzeit bei der hygienischen Händedesinfektion könnte hierbei hilfreich sein. Diesen Hinweis geben publizierte Studien, in denen die Frequenz – Wie häufig desinfiziert sich das Personal die Hände? – als auch die Compliance gemessen wurde, wenn zuvor 15 statt 30 Sekunden? In Fachpublikationen und auf internationalen Branchentreffen wird seit Längerem über eine Halbierung der Einwirkzeit alkoholischer Hände-Desinfektionsmittel bei der hygienischen Händedesinfektion debattiert. Machen Sie sich im Fol- genden selbst ein Bild von der Diskussion: Dr. Tobias Kramer Koordinator der Aktion Saubere Hände (Charité, Universitätsmedizin Berlin) erklärt, warum er eine Verkürzung der Einwirkzeit befürwortet. Dr. Erika Mönch, Head of Microbiology bei der BODE Che- mie in Hamburg, erläutert die Situation aus Herstellersicht. 30 s 15 s Einwirkzeit für die hygienische Hände- desinfektion nach Norm EN 1500:2013 Dr. Tobias Kramer, Charité Berlin „Wichtig ist, dass die Hände häufig desinfi- ziert werden.“ 15 Sekunden!

RkJQdWJsaXNoZXIy NDU5MjM=